Nun ging es doch ganz schnell. Pisa ist gestorben.
Ich sitze hier und bin unendlich traurig. Du fehlst mir so meine Kleine. Ich weiß noch genau, wie ich dich das erste Mal sah. Geboren wurdest du als kleines, behindertes Kätzchen mit schiefem Kopf, bei den Messies. Du konntest nicht erkennen, aus welcher Richtung die Geräusche kamen. Wenn ich dich ansprach, schautest du hinter dich, obwohl ich direkt vor dir stand. Aufgrund deiner Behinderung konntest du nur hier ein sicheres Leben haben, weil dir hier keine fahrenden Autos gefährlich werden konnten, denn du liebtest es draußen zu sein.
Als die Messies abhauten, kümmerte ich mich um dich. Zuerst dachte ich, die arme behinderte Katze. Ich wunderte mich, wie du in dem Messiechaos so lange überlebt hattest. Ihr wart so viele Katzen und musstet euch um das wenige Futter streiten. Da waren auch noch die vielen, nicht sozialisierten Hunde. In Rudeln haben sie die gehalten. Nicht wenige von euch Katzen wurden von denen zerrissen. Leider musste ich so etwas mal mit anschauen. Es spielte sich direkt vor meinem Wohnzimmerfenster ab.
Du warst so schlau und überlebtest dies alles. Leider konntest du dich nicht vor den Krankheiten schützen, die die ganze Gruppe befallen hatte. Katzenschnupfen, Katzenseuche, FIP, Katzenaids. Die Viren hatten ein leichtes Spiel bei euch Miezen. Inzucht, schlechte Versorgung und die Masse der Tiere war ein guter Nährboden für die kleinen, gemeinen Krankheitserreger. Das hat dir am Ende doch dein Leben gekostet. Du hättest viel länger auf dieser Welt bleiben können, wenn du ein normales Hauskatzendasein gehabt hättest. Aber so kam zu deiner Behinderung auch noch diese fiese Krankheit. Du hattest Katzenaids und bei dir war die Krankheit vor einigen Jahren ausgebrochen.
Du hattest gute Zeiten und du hattest schlechte Zeiten. Dreimal habe ich dich wieder aufgepäppelt, wobei du mindestens einmal mehr tot als lebendig warst. Es ging dir schlecht, aber du hast gekämpft und du hast gern gelebt. Du hast immer alles so lieb mitgemacht. Einmal musste ich dich sogar zwangsfüttern, um dich wieder auf die Beine zu kriegen. Selbst das hast du dir gefallen lassen. Nie hast du mich gekratzt oder gebissen. Auch nicht, wenn wir beim Tierarzt waren. Du hast dir auch dort alles gefallen gelassen. Die Tierärztin war sehr erstaunt darüber, denn schließlich warst du ja eine von den Halbwilden.
Du warst eben eine ganz besondere Katze. Mit deiner Behinderung, dem schiefen Kopf und den leichten motorischen Störungen. Es sah etwas seltsam aus, wie du dich bewegt hast. Aber dafür warst du sowas von präsent. Du wurdest von den anderen Katzen nicht nur akzeptiert, du warst so etwas wie eine Anführerin. Das habe ich ziemlich schnell gemerkt und nicht mehr „das arme behinderte Kätzchen“ gedacht. Du wusstest genau was du wolltest. Du machtest alles mit einer Selbstverständlichkeit und vollkommen angstfrei, das niemand dies in Zweifel stellte. Die anderen Tiere richteten sich nach dir. Du hattest weder vor meiner Dogge, noch vor den Pferden Angst. Warst immer mitten dabei, mitten drin, ohne wenn und aber.
Selbst der „katzenfressende Terrierdickkopf“ kam bei dir auf keine blöden Gedanken. Als Campa frisch aus Spanien kam, hast du ihr gleich erzählt, dass du hier wohnst.
Du warst so gern auf der Pferdeweide unterwegs um Mäuschen zu jagen. Die Pferde störten dich nicht, denn du kanntest keine Angst.
Erst als ich für dich sorgte, lerntest du ein Haus von innen kennen und schätzen. Bei den Messies lebtest du auf der Straße. Das Leben im Haus war für dich zuerst seltsam und aufregend. Ich kann mich noch erinnern, als du das erste Mal Musik hörtest. Das verwirrte dich völlig und du wolltest schnell wieder raus. Ich hörte damals eine CD von David Bowie. Das war wohl für den Anfang etwas zu viel… Aber schon bald hattest du dich auch daran gewöhnt. Du warst eben kein Angsthase. Dein Gehör wurde auch besser. Du konntest immer besser erkennen, wo die Geräusche her kamen. Ob das am Reiki lag? Ich weiß es nicht.
Bald gefiel es dir immer besser im Haus. Du wusstest, hier konntest du sicher schlafen. Besonders im Winter bliebst du immer länger drin. Die letzten drei Winter hast du komplett im Haus verbracht. Nicht einmal mehr zum „Geschäft machen“ wolltest du das Haus verlassen. Aber das war ok, denn du warst vollkommen stubenrein. Bist immer aufs Katzenklo gegangen, hast nicht einmal irgendwo hingepieselt. Ich war mächtig stolz auf dich, mein kleiner Stromer.
Dein Lieblingsplatz im Winter war die Heizung. Das sah für mich nicht immer bequem aus, aber dir hats gefallen.
Gerne auch im Büro, hinter meinem Bürostuhl. Wie oft bist du auf der Heizung eingeschlafen und runter gefallen? Durch deine Behinderung bist du nicht wie andere Katzen, auf den Pfoten gelandet. Es hat ordentlich gescheppert und ich habe mich furchtbar erschrocken. Du schnurrtest und bist wieder auf die Heizung gesprungen, um nach einiger Zeit wieder abzustürzen. Ich kaufte dir eine Heizungsliege, du legtest dich genau daneben. Du hattest eben einen starken Willen und warst nicht zimperlich.
Einmal hatte dich ein doofer Nachbarshund auf einen großen Baum gejagt. Du saßt in über 10 Meter Höhe auf einem Ast und kamst nicht mehr runter. Wie sollte ich dich da runter holen? Ich rief beim Ordnungsamt und die Feuerwehr an. Nach drei Tagen wollten sie jemanden schicken, falls du bis dahin nicht unten wärst, versprachen sie mir. Du saßt schon zwei Tage und eine Nacht auf dem Baum. In der nächsten Nacht gab es Sturm und es regnete wie aus Kübeln. Immer wieder schaute ich nach dir, bis es zu dunkel wurde. Am nächsten Morgen war mein erster Weg zum Baum. Als ich gerade unter dem Baum stand und hoch schaute, fielst du entkräftet runter. Zum Glück bist du im Graben gelandet, der durch den vielen Regen, bis oben hin voll Wasser war. Du bist natürlich nicht auf den Pfoten gelandet, aber das Wasser fing deinen Sturz ab. Ich fischte dich aus den Graben, brachte dich ins Haus und rubbelte dich, wie einen Hund, mit dem Handtuch trocken. Das ließt du dir gefallen! Was warst du nur für eine tolle Katze. Von da an rubbelte ich dich immer trocken, wenn du nass vom Regen nach Hause kamst. Dir gefiel das.
Wir zwei haben im Laufe der Jahre viele kleine Abenteuer erlebt. Die Zeit mit dir war so schön. Du wirst mir noch lange fehlen, meine kleine Pisa. Nun hat die Krankheit dich besiegt. Du hattest wenigstens einen schönen letzten Sommer. Du warst wieder viel draußen, hast die Sonne und die Wärme genossen. Warst jeden Tag auf der Weide zum Mäuschen jagen. Bist nur zum Fressen Heim gekommen. Auf der Pferdeweide bist du auch gestorben. Ich habe dich drei Tage lang gesucht. Am Samstag habe ich dich gefunden und begraben.
Machs gut meine Süße! Ich behalte dich so zufrieden in Erinnerung, wie du immer warst!

















das tut mir echt unendlich leid, eine gute Woche für dich, Klaus
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Danke, Klaus.
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Liebe Susanne, das hast du so liebevoll geschrieben, dass ich Gänsehaut bekommen habe und ganz traurig wurde.
Es tut mir so leid.
Fühl dich umarmt von Mathilda ❤
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Danke, Mathilda.
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ich muss einfach nur weinen, das ist so schön geschrieben.
Die süsse Pisa hatte ein wunderschönes Leben bei dir und dafür ist sie dir immer dankbar.
Sie ist jetzt bei unserer Spike, die wir auch vor kurzer Zeit gehen lassen mussten.
Mach’s gut im Regenbogenland, süsse Pisa.
Dir liebe Susanne schicke ich viel Kraft und auch Zuversicht – Pisa wird immer in deinem Herzen sein.
Herzlichst
Karin
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Danke, Karin. Pisa ist jetzt mit Spike im Katzenparadies, wo es den beiden sehr gut geht. Nur die Lücke die sie bei uns hinterlassen, ist so groß und schmerzt so sehr.
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Worte die direkt aus dem Herzen kommen ❤ Pisa hat durch Dich eine wunderschöne Zeit gehabt und sie wird nie vergessen sein. Drück Dich ganz lieb ❤
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Danke, Wolke. Ich werde Pisa nie vergessen…
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Das tut mir sehr leid für dich… 😦
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Ich danke Dir.
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Liebe Susanne,
welch wunderschönes und doch langes Leben Pisa bei dir hatte…
Sie ist ja nicht weg, sie ist nur voraus gegangen…
Ich drück dich!!!
Liebe Grüße Heidi
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Danke, Heidi.
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Liebe Susanne,
ich habe nur Tränen, mir fallen leider nicht so schöne Worte ein wie Du sie geschrieben hast.
Ich habe 4 Hündinnen, 2 Kaninchenweibchen und ein Rattenmännchen im Regenbogenland. Ich weiß, wie Du fühlst, kann es nur nicht richtig ausdrücken.
Pisa ist sicher gut oben angekommen und fühlt sich wohl und zufrieden auf der Regenbogenwiese zwischen all den anderen Tieren.
GLG Nera, Lila, Edith + die „Sieben“ im RBL
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Danke Edith.
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Liebe Susanne,
das tut mir so leid. Nun ist der Kampf doch verloren. Es macht es sicher im Moment nicht leichter, wenn Du Dir sagen kannst, dass sie trotz der schlimmen Krankheit noch so ein doch recht langes schönes Leben durch Dich hatte. Sie fehlt jeden Tag. Das kann ich nachfühlen.
Sei gedrückt, herzliche Grüße
Christiane & Rudel
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Danke Christiane.
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Ich drück Dich. Du hast so lieb über sie geschrieben, man spürt, dass Du sie geliebt hast.
Traurige Grüße
Katrin
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Ich danke Dir. Ich habe das für Pisa geschrieben.
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Wie traurig. Schlaf gut, kleine Katze 😦
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Ich danke Dir.
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Ich bin nicht weit weg,
bin nach Hause gegangen.
Und denke daran:
Ich halte dir
für später, nicht jetzt,
dort, wo ich bin,
zu Hause,
ein kleines, unendlich weites
Zimmerchen frei.
(Jochen Jülicher )
Gute Reise kleine Pisa….Danke für alles was du für Pisa getan hast,sie wird immer bei dir sein ganz sicher
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Das ist wirklich schön. Ich danke Dir Evette.
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Es tut mir so leid. Ich mochte die kleine Pisa auch so sehr und bin unheimlich traurig, dass sie nicht mehr da ist. Sie war etwas ganz Besonderes! Du hast das alles sehr schön aufgeschrieben und trägst die Erinnerungen immer in Deinem Herzen. Du warst immer für Pisa da und sie hätte kein besseres Zuhause haben können, als bei Dir. Ohne Dich hätte sie nie so lange überlebt und hätte nie die Sonnenstrahlen so lange genießen dürfen. Es wird Dir noch lange weh tun und ich wünsche Dir sehr sehr viel Kraft!
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Und wenn du dich getröstet hast,
wirst du froh sein, mich gekannt zu haben.
Du wirst Lust haben, mit mir zu lachen.
Und deine Freunde werden erstaunt sein,
wenn sie sehen, dass du den Himmel anblickst und lachst.
Antoine de Saint Exupéry
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LG
Dunja
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Danke liebe Dunja! ❤
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