Hallo liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde,
heute müssen wir Klartext reden. Der Spendenmarathon am Sonntag hat uns 375 Euro eingebracht (plus 100 Euro von Antje). Wir sind den Spendern unendlich dankbar, aber die nackte Wahrheit ist: Dieses Geld rettet uns nicht über den Winter. Es ist bei den aktuellen laufenden Kosten für unsere Großtiere jetzt schon wieder aufgebraucht, noch bevor der Frost überhaupt einsetzt. Tierschutz ist ein Fass ohne Boden. Und warum das so ist, zeigt die Geschichte unseres Irish Sport Horse Wallachs Limerick.

Wir wissen, dass dieser Beitrag im Hintergrund wieder für saure Reaktionen und böse Nachrichten von Limericks „Vorleben“ sorgen wird. Aber ganz ehrlich? Das ist uns inzwischen völlig egal. Uns interessiert nicht das Ego von Menschen, uns interessiert das Seelenheil dieses Pferdes.
Vom gefeierten Schleifensammler zum „Problemfall“
Limericks Geschichte ist die klassische Tragödie des modernen Reitsports. Als Jungpferd kam er voller Potenzial aus Irland nach Deutschland. Er war wunderschön, talentiert, lernwillig. Und er lieferte ab: Er gewann Turniere am laufenden Band, brachte seinen Reitern Ruhm, Schleifen und Applaus.
Doch der Preis für den Erfolg im großen Sport war hoch. Limericks Körper und seine Seele wurden systematisch verschlissen. Als der Champion nicht mehr funktionierte wie eine Maschine, begann die Odyssee. Er ging durch mehrere Hände, blieb nicht lange. Vielleicht kam man mit ihm nicht klar. Wir hörten Sätze wie „Ich bin mit ihm nie warm geworden“ und das können wir verstehen. Ein traumatisiertes, hochsensibles Pferd gewinnt keine Pokale mehr – es wird „unbequem“.

Zwei Jahre Kampf um ein gebrochenes Pferd
Als Limerick vor fast zwei Jahren zu uns auf den Gnadenhof der Tierhilfe Miranda e.V. kam, war er ein Häufchen Elend im XL-Format. Ihn zu zähmen, ihm zu zeigen, dass Menschenhände nicht nur fordern und strafen, war eine der härtesten Aufgaben der letzten Jahre. Wenn ein Pferd gelernt hat, dass Druck nur mit noch mehr Gegendruck beantwortet wird, wird jeder alltägliche Handgriff zur Gefahr für Mensch und Tier.
Wir haben nie Namen genannt und werden es auch heute nicht tun. Aber das Verhalten des Pferdes spricht Bände. Seine Ängste, seine körperlichen Baustellen, seine tiefe Skepsis gegenüber allem – das haben wir uns nicht ausgedacht. Das ist das Erbe, das man uns hier auf dem Hof hinterlassen hat.

Tierschutz fängt da an, wo der Applaus aufhört
Limerick darf bei uns einfach nur Pferd sein. Er muss keine Leistung mehr bringen. Aber seine Pflege, sein Spezialfutter und die Tierarztkosten, um die Schäden der Vergangenheit zu lindern, laufen jeden Tag weiter. Er ist der Grund, warum wir jeden Cent dreimal umdrehen müssen.
Limerick hat seine Schuldigkeit für die Menschen getan. Jetzt sind wir an der Reihe, ihm etwas zurückzugeben. Auch wenn es teuer ist, auch wenn es wehtut und auch wenn es unbequem für diejenigen ist, die weggeschaut haben.
Danke an alle, die uns dabei unterstützen, Limericks zweites Leben zu finanzieren. Er ist jeden einzelnen Tag wert.








































































































































































