Heute kommen wir zum vierten und letzten Teil unserer Serie über unseren 30-jährigen Haflinger-Wallach Astron. Gestern haben wir euch versprochen, das Geheimnis der nächtlichen Ausbrecherkönige zu lüften. Schnallt euch an, denn die beiden „Blondies“ haben es faustdick hinter den flauschigen Ohren!
Es begann damit, dass unsere Jungs im Stall plötzlich ein neues Hobby entdeckten: die Elektrik. Einer der beiden Hafis fand heraus, wie man den Lichtschalter betätigt. Das Ergebnis? Sie schalteten mitten in der Nacht eigenständig das Licht an! Das ging so lange, bis die Neonröhre den Geist aufgab und das Licht im Stall flackerte wie in einer Disko. Wir mussten dringend den Elektriker rufen, um den Schalter in den Nebenraum zu verlegen, damit die nächtlichen Hafi-Partys ein Ende hatten. Doch das war nur die Aufwärmübung…

Ausbruch Nummer 1: Wer steht denn da im Dunkeln? 🌌
Januar 2023, abends gegen 19:00 Uhr: Drinnen brannte Licht, draußen war es stockdunkel. Plötzlich machten unsere Hunde einen fürchterlichen Rabatz! Unsere Maremmano-Hündin Giada und Wolfsspitz-Mix Marcy bellten und knurrten, als gäbe es kein Morgen mehr. Ich wusste sofort: Da draußen stimmt was nicht.

Ich öffnete die Haustür, und mich traf fast der Schlag: Da stand Astron seelenruhig direkt vor mir! „Was machst du denn hier?“, fragte ich vollkommen verdattert. Giada stürmte bellend an mir vorbei – hielt dann aber sofort inne, als sie merkte: Ach, das sind ja nur die Pferde! Das ist das Geniale an einem echten Herdenschutzhund: Giada merkte sofort, dass etwas nicht stimmte, ging aber unverzüglich in den Ruhemodus, als die Lage gecheckt war.
Und erst jetzt sah ich auch Herrn Nielsson, der treu seitlich hinter Astron im Dunkeln wartete.
Ich hatte keine Taschenlampe dabei und kam aus dem hellen Haus in die absolute Finsternis. „Dann kommt mal mit, wir gehen jetzt wieder zurück“, sagte ich und ging los. Und jetzt haltet euch fest: Astron folgte mir auf dem Fuß. Er ging so exakt neben mir her, als hätte ich einen unsichtbaren Führstrick in der Hand! Nielsson trottete brav hinter uns her.
Vorsichtig tastete ich mich durch die Dunkelheit, immer in der Hoffnung, nirgends gegenzulaufen. Auf dem Weg mussten wir die Gartenpforte passieren, wo unsere tibetischen Gebetsfahnen hängen – und zwar ziemlich niedrig. Obwohl es stockdunkel war und Astron diesen Teil des Hofes vorher noch nie betreten hatte, bewies er wieder, was für eine coole Socke er ist: Er senkte ganz höflich den Kopf, um unter den Fahnen durchzutauchen, ohne einmal zu zögern!

Im Innenhof angekommen, schnupperte er einmal an Marcys blau-weißem Fußball. Ein kurzes „Komm Großer, weiter geht’s“, und er trottete mit Nielsson im Schlepptau brav am Katzenfutterplatz vorbei, durch die schmale Schuppentür direkt zurück in den Stall.

Als Belohnung gab es für die braven Ausbrecher direkt das fertig angemischte Nacht-Mash.
Ausbruch Nummer 2: Der schlaue Hund und der Jacken-Knabberer 🕵️♂️
Wir dachten, wir hätten das Tor danach sicher verriegelt. Doch weit gefehlt! Nur wenige Wochen später, so gegen 20:00 Uhr, schlugen die Hunde wieder an. Diesmal bellte Giada aber ganz anders – viel entspannter, so nach dem Motto: „Du, Frauchen, geh mal raus. Die Pferde sind schon wieder unterwegs. Ich melde das mal, aber Energie verschwende ich dafür nicht.“ Ein Herdenschutzhund lernt eben extrem schnell und teilt sich seine Kräfte perfekt ein!

Ich ging raus in die Dunkelheit, sah erst mal nichts und dachte an einen Fehlalarm. Doch dann hörte ich das unverkennbare Hufgetrabel auf dem Beton. Astron schälte sich aus der Dunkelheit direkt in den Lichtkreis vor der Tür, kam zu mir und knabberte mir erst mal ganz sanft und erfreut zur Begrüßung an der Jacke!
Ich war fassungslos: „Wieso bist du denn schon wieder hier? Wo ist dein Freund?“ Astron schwieg gentlemenlike. Also gingen wir wieder los Richtung Stall, er wie immer brav im Freilauf neben mir her. Und wo war Herr Nielsson? Der hatte den Weg diesmal nicht ganz bis zur Haustür geschafft – wir fanden ihn ein paar Meter weiter seelenruhig im Schuppen, wo er es sich gemütlich gemacht hatte.
„Ach, hier bist du ja, Dicker! Dann komm mal mit in den Stall“, sagte ich zu Nielsson. Der hatte sich wohl in aller Ruhe im Schuppen umgeschaut und dabei allerlei umdekoriert, während Astron das Geräusch der Haustür gehört hatte, die diese beim Aufmachen von sich gibt und im Stechschritt zu mir gelaufen war. Nielsson folgte uns brav und Schwupps – waren beide Ausbrecher wieder sicher im Stall.
Das Rätsel um den magischen Knoten 🧵🕵️♂️
Doch wie zur Hölle hatten sie es diesmal geschafft? Ich hatte das Tor extra zusätzlich mit einem stabilen Seilband gesichert. Dabei nutze ich eine bestimmte Knotentechnik: Zieht man am einen Ende, zieht sich der Knoten nur noch fester zu. Zieht man jedoch am anderen Ende, löst sich die Schleife sofort auf.
Anscheinend wusste einer der beiden Hafis ganz genau, an welchem Ende des Seils er mit dem Maul ziehen muss, damit die Barriere fiel! Wer von den beiden dieses geniale Schlitzohr war, wussten wir nicht genau. Ich stellte wieder die Überwachungskamera im Stall auf, um den Dieb auf frischer Tat zu ertappen. Nur wenn die Kamera lief, ließen sie das Tor in Ruhe!

Ich musste mir wieder etwas Neues einfallen lassen, um das Tor zu verriegeln: Eine völlig andere Knotentechnik oder besser noch eine Eisenkette mit Karabiner! Die Tor musste „Hafi-sicher“ aufgerüstet werden. Wollen wir doch mal sehen, wer am Ende schlauer ist, die Haflinger-Mafia oder ich, dachte ich mir. Es blieb weiterhin spannend auf dem Gnadenhof!
Ein schwerer Abschied und ein neuer bester Freund 💔➡️❤️
So voller Humor und Lebensfreude unsere Zeit mit den beiden „Blondies“ auch war, so schwer traf uns der Lauf des Lebens. Für Astron war es eine unheimlich traurige und schwere Zeit, als sein geliebter Kumpel Herr Nielsson plötzlich und völlig unerwartet starb. Zurück blieb ein einsamer Haflinger-Opa, dem sein treuester Schatten fehlte.
Als dann unser irischer Riese Limerick auf die Weide nachrückte, war Astron anfangs zutiefst verunsichert. Er hatte große Angst vor Limerick – was kein Wunder war, denn Limerick steckte damals noch tief in seinen traumatischen und unberechenbaren Verhaltensstörungen fest, von denen wir euch in den letzten Tagen berichtet haben.

Doch die Zeit und der Frieden auf unserem Gnadenhof heilen bekanntlich alle Wunden. Aus der anfänglichen Skepsis und Angst ist über die Monate etwas Wunderschönes gewachsen: Heute sind Astron und Limerick ein Herz und eine Seele und gehen als allerbeste Freunde gemeinsam durch dick und dünn.
Astron kam als „unberechenbarer Todesstrafen-Kandidat“ zu uns. Heute ist er 30 Jahre alt, läuft ohne Halfter wie eine Eins an unserer Seite, überlistet unsere Seilknoten und schenkt uns jeden Tag seine tiefe Dankbarkeit. Er ist ein ganz besonderer Bursche, und wir hoffen, dass er uns noch ganz lange mit seinem Hafi-Charme verzaubert!
Danke, dass ihr unsere vierteilige Astron-Reise begleitet habt! ❤️











