Das Wetter hatte dieses Jahr einige Überraschungen für uns gebracht. Erst das extrem trockene Frühjahr – monatelang kein Regen in Sicht. Die Weiden kamen nicht in Gang, weil das Wasser fehlte und das Gras nicht wachsen konnte. Die Kühe mussten viel länger im Stall bleiben, weil die Weiden sie nicht satt machten. Und das nach dem frühen und harten Winter. Die Bauern machten sich Sorgen um die Heuernte und verkauften nicht gern das Heu vom letzten Jahr. Sie wussten nicht, wie lange sie noch ihre Tiere damit füttern mussten. Als die Kühe dann endlich raus kamen, waren sie überglücklich und machten verrückte Bocksprünge.
Dann kam der verregnete Sommer. An manchen Tagen fiel so viel Regen, wie im Frühjahr fehlte. Nach einer Woche Dauerregen, mit Gewitter, Sturm, Starkregen und kein Ende in Sicht, merkte ich, dass wir hier ein großes Problem hatten. Der Boden im vorderen Weidebereich verwandelte sich in eine nicht mehr begehbare Matschlandschaft. Der schwere Boden war so durchnässt und weich, dass es einen die Gummistiefel auszog und man erbarmungslos feststeckte. Die Pferde versanken bis zum Sprunkgelenk im Modder. Um rauszukommen, sprangen sie wie die Kaninchen. Das ging gar nicht! Zumal dieser Teil der Weide, der Paddock für den Winter werden sollte. Ich war verzweifelt. Erst im normalen Alltagsgeschehen kamen solche Probleme zum Vorschein.
Es musste eine Lösung her, denn so war es viel zu gefährlich für die Pferde. Ich hatte die Idee, die Erde auszutauschen. Den weichen Modderkram rausbaggern und anschließend Sand auf die Fläche ausbringen. Leider traute sich niemand an die Sache ran. Wen ich auch fragte, nach einer Ortsbegehung hatten alle Angst, sich dort mit großen Maschinen festzufahren. Ein richtig großer Bagger mit Kettenlaufwerk, wäre da gar nicht an den Einsatzort gekommen, dafür was es viel zu eng. Ein kleiner hätte schnell festgesessen. Genauso war es mit einem Trecker. Deshalb wollte niemand auch nur einen Versuch wagen, sie hatten Angst, es noch schlimmer zu machen, als es jetzt schon war. Ich wurde noch verzweifelter!
Erschwerend kam hinzu, dass hinter diesem nicht begehbaren Stück der Eingang zum Stall lag! Hier mussten die Pferde im Winter durch, um in den Stall zu gelangen…
Nun kam Plan B zum Einsatz: Wenn der Weg nicht freigemacht werden konnte, musste eben ein neuer Weg geschaffen werden. Ich besprach alles mit dem freiwilligen Helfer Martin. Er war trotz der vielen Arbeit bereit mir zu helfen. Leider hatte er nur einen Tag Zeit. So schufteten wir einen ganzen Tag lang, von morgens früh bis nachts um 22.00 Uhr, um einen neuen Paddock und Zugang zum Stall zu schaffen.
Martin sägte mit der Kettensäge alle Bäume und Sträucher, die den Weg versperrten. Ich schleppte alles in den Wald. Wir mussten den Zaun neu ziehen, das Weidetor umsetzen und anschließend noch aufräumen.
Am Schluss hatten wir eine wirklich gute Lösung umgesetzt. Die Pferde haben nun einen trockenen Paddock für den Winter. Sie können bequem in den Stall gehen und ich habe ein neues Gemüsebeet. Denn auf dem unbegehbaren Stück liegt guter Humos, mit vielen Nährstoffen. Wie wir entdeckt haben, haben die Leute die hier vorher gewohnt hatten, ihren Stallmist dort hingeworfen. Der blieb einfach liegen und verrottete. Was natürlich keine gute Idee war. Durch die starken Regenfälle der letzten Wochen, kam das ganze Ausmaß des Problems zum Vorschein.
Doch nun bin ich froh, dass Plan B zum Einsatz kam, denn es ist die beste Lösung, mit Vorteilen für alle Beteiligten.
Einen ganz großen Dank an Martin, dass er bei dieser Schufterei mitgemacht hat! DANKE – Es hat sich gelohnt!


















Klasse, dass das so klappen konnte!
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Das kannst Du laut sagen! 😉
Manchmal kommen die besten Ideen, wenn ein Weg nicht weiter geht.
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Es ist wirklich besser, neue Wege zu gehen, anstatt am alten herum zu doktern.
Das nur sinngemäß. Was da an einem Tag geschafft wurde ist wirklich erstaunlich. Deine Ideen gehen dir nicht aus und das ist gut so, alles zum Wohl der Pferde!
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