Wir haben einen Wolfsschutzzaun beantragt

Um unsere Tiere zu schützen, haben wir einen Wolfsschutzzaun bei der Landwirtschaftskammer Niedersachen beantragt. Offiziell heißt es: Antrag „Präventionsmaßnahmen zum Herdenschutz“.

Im September, Oktober und November kam es in unserem Dorf und in der näheren Umgebung, beinahe täglich zu Wolfsangriffen mit getöteten, verletzten oder verschollenen Tieren.

Einige Beispiele: direkt bei uns in Isensee 3 Pferde, 2 Kühe, 2 Schafe, in Balje 1 Pferd, 7 Schafe, in Wischhafen 2 Kühe, Drochtersen 1 Rind, in Hüll 1 Kuh, in Lamstedt Kühe, in Hasenfleet 1 Pferd, Geversdorf Elbdeich 1 Pferd, in Hemmoor 1 Schaf, in der Wingst 2 Schafe, in Himmelpforten 55 Schafe und noch mal 5 Schafe, Großenwörden 5 Schafe und nochmal 4, Oederquart 2 Schafe, Cuxhaven 1 Pferd, usw.

Ich kann mich nicht an alle Risse erinnern.

Bei jedem Angriff gab es teilweise sehr viele schwer verletzte Tiere. Tiere die teilweise bei lebendigem Leib angefressen waren. In Gräben gehetzt wurden und dort stecken blieben. Tiere die nur noch eingeschläfert werden konnten.

Wer die offiziellen Risszahlen anschauen möchte, kann dies auf dieser Seite tun:

Karte der Risse in Niedersachsen.

Zur Zeit leben bei uns im Landkreis Stade und Cuxhaven 4 offiziell bestätigte Wolfsrudel. Wieviel Paare und einzelne Wölfe dazukommen, weiß ich nicht.

Um unsere Tiere bestmöglich schützen zu können, haben wir deshalb den wolfsabweisenden Zaun beantragt.

Für Pferde und Kühe gibt es in Niedersachsen allerdings keine Förderung. Wolfsexperten sagen, Pferde und Kühe sind wehrhafte Tiere, die Wölfe nicht angreifen. Deshalb muss deren Schutz nicht gefördert werden.

Da es bei uns aber zu viele Risse kam, sind wir zu einem „Hotspot“ geworden. Es könnten also durchaus sein, dass der Zaun genehmigt wird. Gefördert werden die Kosten für das Material, jedoch nicht der Aufbau. Das ist unser Bier.

Der beantragte Zaun für Pferde ist 1 Meter 50 hoch und hat 6 Litzen. Die unterste Litze befindet sich 20 cm über den Boden.

Bis wir den Bescheid bekommen, ob unser Antrag genehmigt oder abgelehnt wird, dürfen wir nicht mit dem Zaunbau beginnen. Die Bearbeitungszeit beträgt momentan 6 Monate. Unsere Tiere werden also mindestens noch ein halbes Jahr ohne Schutz leben müssen.

Hier ist das Schreiben der Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihr Antrag auf Präventionsmaßnahmen zum Herdenschutz ist bei der LWK Niedersachsen eingegangen und wird bearbeitet. Die Bearbeitung wird zur Zeit aufgrund eines stark erhöhten Antragsvolumens ca. 5-6 Monate in Anspruch nehmen. Sollten Unklarheiten bestehen oder Unterlagen fehlen, melden wir uns persönlich bei Ihnen. Von Nachfragen zum Bearbeitungsstand bitten wir abzusehen; es wird nach Eingangsreihenfolge abgearbeitet. Eingangsdatum des Antrags: 13.11.2023.

Mit freundlichen Grüßen

Avatar von Unbekannt

About Hilfe für Miranda

Wir helfen Miranda, einer ausrangierten Hannoveraner Zuchtstute. Wir sind eine kleine Gruppe Privatpersonen, die sich durch den Fall Miranda kennen lernten und eine Hilfsaktion daraus machten! Daraus ist 2015 der gemeinnützige Tierschutzverein "Tierhilfe Miranda e.V." geworden. Miranda bekam Freunde dazu und nun kümmern wir uns ausschließlich um alte und unvermittelbare Tiere. Mit unserem Blog wollen wir auch auf das Schicksal der Zuchtstuten aufmerksam machen. Denn sie landen fast alle beim Schlachter, sobald sie keinen Gewinn mehr bringen. Miranda steht stellvertretend für alle Zuchtstuten, denn auch ihr Weg war schon beschlossen. Mit 20 Jahren und nach zwei Totgeburten, sollte sie geschlachtet werden. Nur weil wir sie freikauften, einen Gnadenbrot-Platz für sie schafften, retteten wir ihr das Leben. Der Blog berichtet aktuell über Mirandas neues, artgerechtes Rentnerleben. Wir möchten niemanden anklagen oder verurteilen, wir möchten nachdenklich machen. Schön wäre ein Umdenken bei Züchtern und Reitern zu erreichen. Wir möchten auch Unterstützung finden. In Form von Mithilfe, Sachspenden und Spenden, damit wir Miranda ein wundervolles Leben ermöglichen können. Sie hat verdient, nach vielen Jahen als Gebärmaschine würdevoll und artgerecht behandelt zu werden. Wir möchten auch, dass jeder der nun weiß, was mit ausrangierten Zuchtstuten passiert, die Geschichte weiter erzählt. Dafür sagen wir DANKE!
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16 Responses to Wir haben einen Wolfsschutzzaun beantragt

  1. Das müssen schon relativ grosse Rudel sein, wenn sie Pferde und Kühe angreifen. Bei uns gehen sie meistens an Schafe. Hast du schon mal einen bei euch in der Nähe gesehen? Ein Stall der nachts offen ist, ist dann ja nicht gerade ideal. Auweia …

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    • Hier laufen sie am Tage durch die Dörfer. Sind in den Vorgärten und lassen sich nicht vertreiben.

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      • Wie bitte? Das ist dann ja schon eine Plage. In Dänemark darf man sie erschiessen, wenn sie Tiere reissen, aber nicht alle Bauern können schiessen oder wollen es lernen.

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        • Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Die sind doch geschützt. Hier ist es zur täglichen Realität geworden. Bei uns werden sogar Spaziergänger mit Hund von den Wölfen verfolgt. Ein Junge ist mit dem Fahrrad von einem Dorf zum anderen gefahren und wurde von zwei Wölfen verfolgt. Die ließen sich nicht durch rufen und in die Hände klatschen, so wie es die Wolfsberater uns raten, verscheuchen. Er hat seine Eltern mit dem Handy angerufen. Die sind ihm mit dem Auto entgegen gefahren, dann haben sich die Wölfe zurückgezogen.

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  2. Avatar von pflanzwas pflanzwas sagt:

    Das ist wirklich krass. Besonders auch, daß sie sich überhaupt nicht mehr verscheuchen lassen. Und daß du warten sollst mit nem Zaun, bis die eine Entscheidung gefällt haben, geht ja wohl gar nicht. Du bräuchtest einen weiteren Herdenschutzhund. Lange geht das alles nicht mehr gut…. LG

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