Unsere Giada ist ein italienischer Herdenschutzhund

Genauer gesagt, eine Maremmano Hündin.

Giada geht in regelmäßigen Abständen Patrouille auf dem Hof.

Wir können ihr hier auf dem Gnadenhof ein Leben bieten, wie es den Bedürfnissen eines Herdenschutzhundes am nächsten kommt.

Giada läuft frei auf dem Hof herum und kann ihrer Veranlagung als Herdenschutzhund nachgehen, die Herde zu bewachen.

Ich habe dich schon lange gesehen…
Giada passt auf die Schäfchen auf.

Auch die Pferde stehen unter ihrem Schutz.

Da waren Miranda und Bachus noch bei uns.

Unser Hof-Sheriff hat einen festen Tagesablauf.

Wenn ich morgens im Büro sitze und am Schreibtisch arbeite, kommt Giada und schaut mich so lange an, bis ich reagiere. Sie klopft sozusagen auf ihre Armbanduhr und sagt: „Halloooo, mach die Tür auf, es ist Zeit für meine Patrouille“.

Dann lasse ich den Hund aus dem Haus und Giada geht ihre Runde über den Hof.

Unser Hof-Sheriff schaut ob alles in Ordnung ist.

Nach dem Kontrollgang kommt sie zurück und kratzt an der Tür.

Auf dem Rückweg.

Das ist für mich das Zeichen, die Tür zu öffnen und den Hund ins Haus zu lassen.

Mit einem Herdenschutzhund muss man zusammenarbeiten. Dazu gehört ganz viel Einfühlungsvermögen. Druck bewirkt bei diesen Hunden gar nichts. Sie reagieren darauf mit Unverständnis, werden dich nie respektieren und nicht tun was du verlangst.

Je mehr Druck man ausübt, umso sturer erscheint der Hund. Das musste ich auch erst lernen.

Hier auf dem Hof kann ich Giada viel Freiheit geben. Ich muss sie nicht gefesselt und geknebelt (mit Leine und Maulkorb) durch die Straßen einer Stadt schleifen. So wie ich es leider schon öfter gesehen habe. Herdenschutzhunde gehören nicht in die Stadt. Das ist meine Meinung.

Im Laufe der Zeit lernte Giada freiwillig mit mir zusammen zu arbeiten. Unsere Kommunikation läuft überwiegend nonverbal ab.

Wir verständigen uns mit Blicken und Giada reagiert größtenteils auf kleine Gesten von mir. Ganz selten sage ich mal etwas zu ihr. Natürlich brauche ich ihr mit solchen Sachen wie „Sitz, Platz, Rolle Rückwärts, Spring durch den brennenden Reifen“ gar nicht erst zu kommen. Und würde das auch nie machen.

Einen Herdenschutzhund kann man nicht dressieren. Kröti (rechts im Bild) hingegen schon.

Kuschel, kuschel…

Doch auch ein Herdenschutzhund muss kontrollierbar bleiben. Die Haltung dieser Hunde ist nicht ganz einfach. Die Gegebenheiten müssen stimmen, sie brauchen ein großes Maß an Freiheit und einen Menschen als Partner, dem sie dann freiwillig gehorchen.

Ein unzufriedener Herdenschutzhund kann seinen Besitzer zur Verzweiflung bringen. Ich erlebte das selbst, nachdem Chica und Campa, innerhalb einer Woche verstorben waren und Giada plötzlich ohne Hundekumpel war.

Sobald ich den Hof verlassen wollte, drehte Giada durch. Der sonst so zauntreue Herdenschutzhund öffnete plötzlich die Haustür, schrottete das Gartentor und sprang über Zäune. Giada zeigte deutlich, dass sie sich nicht wohl fühlte.

Erst als Marcy als neuer Hund auf den Gnadenhof zog, ließen diese Unarten wieder nach.

Wenn ein Herdenschutzhund unhandelbar ist, sollte man immer auch die Haltung anschauen. Es kann gut sein, dass sich der Hund einfach nicht wohl fühlt, weil die Gegebenheiten nicht stimmen oder etwas von ihm verlangt wird, was er einfach nicht erfüllen kann.

Ganz am Anfang ist Giada zusammen mit Chica, Campa und mir, spazieren gegangen. Dann wurde Chica zu alt für die Runde und da wollte Giada nicht mehr mitgehen. Sie wollte auf Chica und den Hof aufpassen. Ich ging die Runde allein mit Campa.

Auch später als Chica und Campa nicht mehr da waren wollte Giada nicht Gassi gehen. Der Hund legte sich einfach hin, wenn ich sie zum Spaziergang mitnehmen wollte.

Ich habe keine Zeit zum Gassigehen.

Ich akzeptierte ihren Willen. Bei der Erziehung eines Herdenschutzhundes muss man sich nicht immer durchsetzen.

Giada möchte sich frei auf dem Hof bewegen und Wache schieben.

Ab und an eine Runde auf dem Sofa abhängen. Ihre Herde und Hundekumpel bei sich haben und dann ist sie glücklich.

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About Hilfe für Miranda

Wir helfen Miranda, einer ausrangierten Hannoveraner Zuchtstute. Wir sind eine kleine Gruppe Privatpersonen, die sich durch den Fall Miranda kennen lernten und eine Hilfsaktion daraus machten! Daraus ist 2015 der gemeinnützige Tierschutzverein "Tierhilfe Miranda e.V." geworden. Miranda bekam Freunde dazu und nun kümmern wir uns ausschließlich um alte und unvermittelbare Tiere. Mit unserem Blog wollen wir auch auf das Schicksal der Zuchtstuten aufmerksam machen. Denn sie landen fast alle beim Schlachter, sobald sie keinen Gewinn mehr bringen. Miranda steht stellvertretend für alle Zuchtstuten, denn auch ihr Weg war schon beschlossen. Mit 20 Jahren und nach zwei Totgeburten, sollte sie geschlachtet werden. Nur weil wir sie freikauften, einen Gnadenbrot-Platz für sie schafften, retteten wir ihr das Leben. Der Blog berichtet aktuell über Mirandas neues, artgerechtes Rentnerleben. Wir möchten niemanden anklagen oder verurteilen, wir möchten nachdenklich machen. Schön wäre ein Umdenken bei Züchtern und Reitern zu erreichen. Wir möchten auch Unterstützung finden. In Form von Mithilfe, Sachspenden und Spenden, damit wir Miranda ein wundervolles Leben ermöglichen können. Sie hat verdient, nach vielen Jahen als Gebärmaschine würdevoll und artgerecht behandelt zu werden. Wir möchten auch, dass jeder der nun weiß, was mit ausrangierten Zuchtstuten passiert, die Geschichte weiter erzählt. Dafür sagen wir DANKE!
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10 Responses to Unsere Giada ist ein italienischer Herdenschutzhund

  1. Ich meine ja, dass sie damals Angst hatte, dass du auch für immer weggehst, nachdem Chica und Campa gestorben waren, dass du nicht wieder zurück kommst. Davor wollte sie dich wohl beschützen, dass dir nicht auch noch was passiert.

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  2. Avatar von Weenie Weenie sagt:

    Wieder mal ein wunderschöner Beitrag – Giada hat sich wunderbar entwickelt und ihr beide habt schon so viel gemeinsam durchgestanden – sie weiss, dass sie sich immer auf dich verlassen kann, genauso wie du auch weisst, dass Giada immer alles ihr Mögliche tun wird, damit ihre Herde (du und alle eure Tiere) in Sicherheit leben können – ein wunderschönes Beispiel für harmonisches Zusammenleben.

    Herzliche Grüsse und Knuddel an Giada

    Karin

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  3. Liebe Karin,

    genau so ist es. Wir haben schon viel gemeinsam durchgemacht. Und ich weiß, ich kann mich 100%ig auf Giada verlassen.

    Knuddel werden gleich verteilt! ❤

    LG Susanne

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  4. Avatar von pflanzwas pflanzwas sagt:

    Schön zu sehen, wie gut es einem Herdenschutzhund gehen kann, wenn er richtig behandelt wird. Giada ist einfach süß und man sieht, daß es ihr bei dir gut geht! Ja, in der Stadt haben solche Tiere wirklich nichts zu suchen. Mein Lieblingsbild ist das, wo Kröti neben ihr sitzt 🙂 LG Almuth

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