Der Zaun und ein weiteres Problem

Die letzte Zeit hatten wir viel am Zaun zu reparieren.

Dieser Herr ist nicht ganz so unschuldig, wie er hier aus der Wäsche schaut.

Wie meint sie das? Hab doch nichts gemacht.

Black Beauty, das ist übrigens sein Spitznamen bei uns, hat wieder mal Zaunpfähle umgeknickt.

Die abgeknickten Pfähle haben wir ausgetauscht und Limerick hat sie wieder umgeknickt. Also haben wir das Ganze noch einmal repariert. Diesmal mit dickeren Bolzen, die er vielleicht nicht mehr biegen kann. Mal sehen wie lange es hält…

Limerick hat leider noch ein Problem.

Zum Zungenspiel, Kopfschlagen usw. kommt im Sommer noch Mähnenkamm und Schwanzwurzel scheuern dazu.

Das hält natürlich kein Zaunpfosten aus!

Der Junge betreibt das mit ganzen Körpereinsatz.

Die Mähne und die Haare an der Schweifwurzel leiden darunter.

Als Limerick im Dezember letzten Jahres auf den Hof kam, hatte ich mich schon gewundert. Er hatte so gut wie keine Mähne und der Schweifansatz sah auch seltsam.

Ich fragte ob man ihm die Mähne geschnitten hätte. Das wurde verneint. Seine Mähne würde immer so aussehen, da käme auch nicht mehr. Ich sollte mir keine Sorgen machen.

Bis zum Mai dieses Jahres war seine Mähne aber ein ganzes Stück gewachsen. Auch die neu nachgewachsenen Haare am Schweifansatz waren ein ganzes Stück länger. Leider habe ich kein Foto vom Schweif gemacht.

Doch dann fing er an sich zu scheuern. Nicht so wie es jedes Pferd macht. Sondern wirklich extrem. Leider haben wir trotz Ursachenforschung keinen Auslöser finden können. Es sind keine Parasiten, Schuppen oder sonst irgendetwas zu finden.

Deshalb befürchten wir, dass das Scheuern eine weitere Verhaltensstörung ist.

Denn ein Grund des Schweifscheuerns kann auch eine Verhaltensstörung sein. Solche Störungen sind meist auf Haltungsprobleme zurückzuführen, die für das Pferd Stress und Unausgeglichenheit bedeuten.

Man sollte sich vor Augen führen, dass die Bedürfnisse eines Pferdes immer noch die des ursprünglichen Steppentiers sind. Das heißt, dass andauernde ruhige Bewegung, sowie ständiges Fressen kleiner Futtermengen das Ideal für Pferde sind.

Ein häufiger Fehler sind zu kurze Fütterungszeiten sowie ein zu kleiner Anteil an Raufutter (Heu). Bei der Entwicklung von Verhaltensauffälligkeiten wie dem Schweifscheuern, dem Zungenspiel, Lippenschlagen, Weben oder Koppen, spielt der Charakter des Pferdes eine entscheidende Rolle.

Sensible Tiere reagieren wesentlich schneller auf Umwelteinflüsse wie ihre Haltungsbedingungen, Überforderung im Training oder soziale Probleme innerhalb der Herde. Limerick ist so ein Sensibelchen. Wir wissen nicht weshalb er all diese Störungen zeigt und wollen darüber auch nicht mutmaßen.

Das Schweifscheuern zählt zum Komfortverhalten des Pferdes. Unter Stress beruhigt und lenkt sich das Pferd dadurch ab. Auf Dauer wird das Verhalten als Komfortstrategie erlernt und immer häufiger gezeigt. Bis es nicht mehr damit aufhören kann.

Es ist leider so, dass Limerick unter all seinen Zwangshandlungen leidet. Ich reibe jeden Morgen seinen Mähnenkamm und Schwanzwurzel mit Ballistol Animal ein. Das scheint ihm Erleichterung zu bringen und pflegt die Haut.

Wir versuchen weiter der Ursache der Störung auf den Grund zu gehen.

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About Hilfe für Miranda

Wir helfen Miranda, einer ausrangierten Hannoveraner Zuchtstute. Wir sind eine kleine Gruppe Privatpersonen, die sich durch den Fall Miranda kennen lernten und eine Hilfsaktion daraus machten! Daraus ist 2015 der gemeinnützige Tierschutzverein "Tierhilfe Miranda e.V." geworden. Miranda bekam Freunde dazu und nun kümmern wir uns ausschließlich um alte und unvermittelbare Tiere. Mit unserem Blog wollen wir auch auf das Schicksal der Zuchtstuten aufmerksam machen. Denn sie landen fast alle beim Schlachter, sobald sie keinen Gewinn mehr bringen. Miranda steht stellvertretend für alle Zuchtstuten, denn auch ihr Weg war schon beschlossen. Mit 20 Jahren und nach zwei Totgeburten, sollte sie geschlachtet werden. Nur weil wir sie freikauften, einen Gnadenbrot-Platz für sie schafften, retteten wir ihr das Leben. Der Blog berichtet aktuell über Mirandas neues, artgerechtes Rentnerleben. Wir möchten niemanden anklagen oder verurteilen, wir möchten nachdenklich machen. Schön wäre ein Umdenken bei Züchtern und Reitern zu erreichen. Wir möchten auch Unterstützung finden. In Form von Mithilfe, Sachspenden und Spenden, damit wir Miranda ein wundervolles Leben ermöglichen können. Sie hat verdient, nach vielen Jahen als Gebärmaschine würdevoll und artgerecht behandelt zu werden. Wir möchten auch, dass jeder der nun weiß, was mit ausrangierten Zuchtstuten passiert, die Geschichte weiter erzählt. Dafür sagen wir DANKE!
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7 Responses to Der Zaun und ein weiteres Problem

  1. Der arme Kerl hat ja wirklich eine Sammlung von Problemen! Er hat Glück, dass er bei euch gelandet ist.

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  2. Avatar von Sonja Sonja sagt:

    Hallo, das hört sich für mich nach einem leichten Sommerekzem an. Unsere Stute hat das auch. Dabei reagieren die Tiere empfindlich auf manche von den Fliegetieren, die im Sommer so unterwegs sind. Sie bekommen dann Juckreiz an Mähnenkamm und Schweifrübe. Unsere hat auch unterm Bauch an der Bauchnaht dann Juckreiz.

    Ballistol ist gut, um die Haut zu beruhigen und den Juckreiz zu mindern.

    Um die eigentliche Reaktion zu vermeiden, muss man versuchen das Pferd vor den Fliegetieren zu schützen.

    Bei unserer Stute helfen gut das Equirepell-Spray von Virbac (quasi ein Anti-Fliegen-Spray) und gegen den Juckreiz die Equimyl-Emulsion von Virbac.

    Ist nur eine Idee, dass es das sein könnte.

    Viele Grüße Sonja

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    • Vielen Dank liebe Sonja, dass Du Deine Erfahrungen mit uns geteilt hast. Entschuldige bitte, dass ich jetzt erst Deinen Kommentar entdeckt habe. Wir haben zurzeit einen Notfall in der Familie, deshalb habe ich eine Weile nicht gebloggt.
      LG Susanne

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      • Avatar von Sonja Sonja sagt:

        Gerne und gar kein Problem, du hast das ja mitgeteilt, dass im Moment andere Dinge wichtiger waren und das ist ja auch verständlich.

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