Unsere Giada ist ein italienischer Herdenschutzhund.

Sie ist sogar eine waschechte Italienerin, denn sie kam direkt aus Italien zu uns.
Geboren wurde Giada auf Sardinien. Leider war sie nicht erwünscht und wurde nur wenige Wochen alt, zusammen mit ihren Geschwistern ausgesetzt. Der ganze Wurf landete im Tierheim, ein Welpe starb, der Rest wuchs hinter Gittern auf.
Ein Zuhause für diese Hunde zu finden, die in ihren wichtigen Prägephasen keine Umweltreize kennengelernt hatten, war äußerst schwierig. Wir übernahmen eine Hündin von dem Wurf. Das war Giada und da war sie schon 1 Jahr alt.
In ihrem ersten Lebensjahr hatte Giada nur Gitterstäbe und Beton gesehen. Erst hier auf dem Hof lernte sie Gras, Bäume, andere Tiere, ein Haus von innen, Menschen die sich um sie kümmerten kennen. Das Leben in Freiheit war zuerst ein Schock für sie.

Ihr könnt euch sicher vorstellen, am Anfangs war es nicht einfach. Weder für Giada noch für mich.
Einen nicht sozialisierter Herdenschutzhund einzugliedern, war auch für mich eine vollkommen neue Aufgabe. Meine ganzen Erfahrungen mit Hunden konnte ich erst einmal vergessen. Ich musste so viel lernen.
Giada half mir dabei. Anfangs war ich oft verzweifelt und wusste nicht mehr weiter. Doch nach und nach verstand ich, wie so ein Maremmano tickte. Mit Druck war da absolut nichts zu machen. Ich musste mir Giadas Vertrauen, mit viele Geduld und Konsequenz hart erarbeiten.
Unser Verhältnis wurde immer besser und als Giada anfing mit mir zusammenzuarbeiten, war ich mächtig stolz.
Am meisten beeindruckte mich ihr Charakter. Die Hündin schloss alle Tierarten in ihr Herz, die hier auf dem Hof lebten. Obwohl sie in ihrer frühen Jugend nie Kontakt zu Weidetieren hatte, beschützte Giada instinktiv die Schafe und Pferde.

Im Internet wird viel über Herdenschutzhunde geschrieben. Darunter ist auch ziemlich viel Mist. Immer wieder heißt es, ein Herdenschutzhund muss in der Herde geboren werden und mit den Schafen aufwachsen. Nur so würde er die Tiere schützen. Später könne man die Hunde nicht mehr an Weidetiere gewöhnen.
Ich kann diese Aussage absolut nicht bestätigen. Giada wusste sehr schnell und ganz von allein, was ihre Aufgabe war. Ca. 14 Tage nachdem sie auf den Hof kam, fing der Maremmano an zu arbeiten.
Sie schütze instinktiv die Pferde und Schafe.

Am Anfang war Giada noch unsicher, weil sie in ihrer Jugend nichts kennenlernen konnte. Der Schutztrieb war aber schon da. Leider ist ein unsicherer Hund der nach vorne geht, eine Gefahr.
Mir gelang es zum Glück, Giada die nötige Sicherheit zu geben. Sie wurde gemäßigter und akzeptierte, wenn ich ihr zu verstehen gab, dass ich die Situation für uns kläre.
Besucher findet sie immer noch doof. Wartet ab und hält sich beobachtend im Hintergrund, wenn ich mit den Menschen spreche.
Fremde dürfen allerdings allein keinen Fuß auf den Hof setzen. Das macht unser Herdenschutzhund jedem unmissverständlich klar.

Unsere Giada ist absolut zuverlässig, loyal und so was von sanft zu jedem der zu ihrer „Herde“ gehört. Auf diesen Hund kann ich mich 100% verlassen. Immer!
Das merkten auch die Katzen sehr schnell. Sie vertrauten Giada nicht nur, sie hielten sich gern in ihrer Nähe auf. Als wir 2018 die große Kastrationsaktion bei den vielen streunernden, verwilderten Hauskatzen in unserem Umkreis durchführten, fingen wir auch 16 Baby-Katzen ein.
Giada half mir dabei, die kleinen Kätzchen zu zähmen.

Egal was die Babys taten, Giada war immer in der Nähe.

Ich fing damals auch eine sehr junge dreifarbige Katze ein. Sie war höchstens ein halbes Jahr alt und schon hoch tragend. Das war Goldie, die alten Hasen unter euch kennen sie.

Die Geburt stand kurz bevor. Und was glaubt ihr wer Goldie bei der Geburt die ganze Zeit nicht von der Seite wich?
Richtig, Giada!

Goldie bekam zwei Babys.

Das zweite Kätzchen war Ginger.

Für Ginger und seine Schwester, spielte Giada gern die Ersatzmama.

Goldie war das nur recht, denn sie war noch viel zu jung, um eine gute Mutter zu sein. Sie konnte mit ihren Babys nicht viel anfangen, kam nur zum Säugen ins Nest. Den Rest erledigte Giada.



Goldie fand das in Ordnung und parkte ihre Kinder einfach bei unserem Herdenschutzhund.


Giada ging voll und ganz in ihrer Rolle als liebevoller Aufpasser auf. Die Babys wuchsen so gut behütet auf.















Ein wundervoller Beitrag über einen wundervollen Hund. Und so voller Liebe geschrieben. Giada ist etwas ganz Besonderes. Und die Fotos sind so schön – besonders die mit den Kätzchen. Habt einen schönen Tag. LG Ilona
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Vielen Dank liebe Ilona! ❤
Giada ist wirklich ein ganz besonderer Hund. Nicht für jedermann geeignet, aber wenn man sie versteht ein absoluter Schatz.
LG Susanne
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Die Charakterbeschreibung kann ich Wort für Wort für meine Pyrenäenberghündin übernehmen. Und es ist tatsächlich so – fast alles, was man glaubt über Hunde zu wissen, kann man beim Wechsel zum Herdenschutzhund vergessen. Unterordnung, die dem Herdenschutzhund naturgemäß völlig fremd ist, muß man sich erarbeiten. Nicht mit Druck, sondern mit viel Geduld, Zuneigung und „Überzeugungsarbeit“. Der Herdenschutzhund führt nicht blind aus, er hinterfragt alles. Und als Halter lernt man jeden Tag neu dazu – sie sind gute „Lehrer“ diese Herdenschutzhunde. Und läßt man sich darauf ein, werden sie im Gegenzug auch gute Schüler sein. Ein tiefes, unerschütterliches Vertrauensverhältnis baut sich dann fast wie von selbst auf.
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Pyrenäenberghunde und Maremmanos sind in ihrem Wesen wohl auch ziemlich ähnlich. Du hast es selber erlebt, dass man sein ganzen Hundewissen vergessen kann, wenn man einen Herdenschutzhund hat. Da ist es wichtig ein gutes Vertrauensverhältnis zum Hund aufzubauen, dann gehorcht er einam freiwillig. Das hört sich vielleicht seltsam an. Aber ich kann das nicht besser in Worte packen. Bei Giada ist das so. Ich brauche meistens nicht mal sagen was ich von ihr möchte. Sie reagiert so, wie ich mir das vorstelle. Vermutet sie aber eine Gefahr für ihre Herde, dann agiert sie vollkommen selbständig und lässt sich nicht abrufen. Sie beobachtet den Eindringlich und warnt ihn. Bleibt so lange dort, bis die vermeintliche Gefahr verschwunden ist. Das muss man akzeptieren. Denn in so einer Situation bekommt man den Hund nicht von der Stelle.
LG Susanne
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Oh ja, da sind sie wohl alle gleich. Das Vertrauensverhältnis ist das A und O, damit steht und fällt alles. Ist es einmal aufgebaut und stabil wird alles andere fast zum Selbstläufer. Bei Bella ist es genauso, die Grundkommandos kennt sie, meist ist sie jedoch schneller als ich und hat schon ausgeführt, bevor ich überhaupt was sagen kann 😆. Und wenn ein Herdenschutzhund in einem Kommando keinen Sinn in der aktuellen Situation erkennen kann, ist es auch egal, ob man das Kommando ein- oder fünfmal wiederholt – die Reaktion ist bestenfalls der zweifelnde Blick 😂. Sie sind über viele Generationen zur Selbstständigkeit gezüchtet und die sollte man ihnen lassen. Und nein, aus einer einmal begonnenen Situation ruft man einen Herdenschutzhund nicht raus, man läßt ihn die Situation beenden oder muß ihn da physisch rausholen, übers sture Köpfchen geht da nicht viel bis gar nichts.
Ich liebe es ja, mit Bella zu „diskutieren“ und die Reaktion zu beobachten, wenn sie die Diskussion gewinnt – die Körpersprache ist ein Traum. Ähnlich ist es umgekehrt, sie zeigt wenn sie „überzeut“ ist genauso, wie sie unmißverständlich mitteilt „na gut, wirst schon sehen, daß ich doch Recht habe“. So sind sie eben 🤷🏼♂️.
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Das stimmt haargenau. Sie brauchen ganz viel Freiheit. Dann arbeiten sie freiwillig mit dem Menschen zusammen und lassen sich ganz einfach lenken. Ich habe aber auch festgellt, wenn das Vertrauensverhältnis aufgebaut und stark ist, verzeiht einem der Herdenschutzhund auch mal einen Fehler.
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Was für ein toller bezaubernder umwerfender netter liebenswerter Hund. Die Deppen, die ihn so schlecht gehalten haben, wissen gar nicht, was sie verpaßt haben. Einen tolleren Hund kann man sich doch nicht wünschen. Toll, daß es mit Giada bei dir so gut geklappt hat!!!!! Das Foto mit der Mütze ist so witzig. Ein Sheriff, haha, und was für einer. Süß auch, wie sie mit den Katzen und den Tieren überhaupt umgeht. Wunderbar ♥ LG
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Dieser tolle Hund hätte sein ganzes Leben hinter Gitter verbracht, wenn wir sie nicht genommen hätten. Ich bin froh, dass sie sich hier so gut einleben konnte und sich so toll entwickelt hat. Die Mütze habe ich ihr aufgesetzt, weil sie hier echt der Hof-Sheriff ist. Giada ist so lieb, sie hat den kleinen Spaß mitgemacht. 😀 Ich kann alles mit ihr machen. Sonst lässt sie sich aber von niemanden anfassen.
LG Susanne
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Treue Seele 🙂 Das freut mich sehr für sie, wie für dich! LG
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Danke schön, liebe Almuth! ❤
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Ein ganz spezieller Hund! Ich bin totaler Giada-Fan, wie du weisst. ❤
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Ja, das weiß ich! 😀
Ich mag Giada besonders wegen ihrer Ruhe und Ausgeglichenheit.
LG Susanne
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… und ihrer Liebesfähigkeit vielleicht auch, für alle Tiere und Menschen, die zu ihrer „Herde“ gehören? Ich denke da auch besonders an die Kätzchen.
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Ja, genau! ❤
LG Susanne
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