Campa war eine Ratonero Bodeguero Andaluz Mix Hündin, also ein kleiner Spanischer Terrier, der dafür gezüchtet wurde, spanische Weinkeller Mäuse- und Rattenfrei zu halten.

Dem entsprechend mutig, intelligent und unabhängig war Campa.
Sie lebte in Spanien auf der Straße, oder vielmehr in einem alten verfallenen Steinhaus ohne Dach, mit einigen anderen Straßenhunden zusammen.
Spanische Tierschützer fingen die Hunde ein und brachten sie in eine private Auffangstation. Campa ließ sich aber nicht so einfach einfangen. Es kostete einiges an Mühe und Geduld, um die schlaue Hündin zufassen zu bekommen.
In der Auffangstation fühlte Campa sich nicht wohl, sie kletterte immer wieder über den 2 Meter hohen Zaun und stromerte in der Gegend herum. Morgens stand sie vor dem Tor der Auffangstation und wollte etwas zu Fressen haben. Das Herumstromern war für die Hündin gefährlich, denn Straßenhunde leben in Spanien ein Leben voller Gefahren.
Weil Campa immer wieder über den Zaun kletterte, nahm eine der Tierschützerinnen die Hündin jeden Abend mit nach Hause.
Zu dieser Zeit war ich Pflegestelle und nahm immer mal wieder einen Hund von den Tierschützern auf. Wenn der vermittelt wurde, kam der nächste Hund zu mir. Es sollte eigentlich eine Podenco Hündin kommen, der Transport wurde gerade vorbereitet.
Da baten mich die Tierschützer Campo aufzunehmen, denn sie war mittlerweile zu einem Notfall geworden. Campa hatte sich mit einer großen schwarzen Hündin in der Auffangstation angefreundet. Diese Hündin hatte das Glück adoptiert zu werden. Nachdem sie nach Deutschland ausgereist war, verfiel Campa in eine Depression.
Campa hatte sich regelrecht aufgegeben. Sie verließ das Auto der Tierschützerin nicht mehr. Lag Tag und Nacht auf dem Rücksitz, nur zum Fressen und Häufchen machen kam sie kurz heraus. Die restliche Zeit lag sie einfach nur da und interessierte sich für nichts und niemanden.

Also sagte ich Campa kann kommen. Sie sollte so lange bei mir auf Pflegestelle bleiben, bis wir ein schönes Zuhause für sie gefunden hatten.
Als Campa ankam schlief sie tagelang auf ihrem Bett in der Küche. Sie wollte nicht einmal die anderen Räume im Haus anschauen. Zum Futtern und Gassigehen ließ sie sich gerade so bewegen. Dann lag sie wieder auf ihrem Bett.

Dann verging ihr Depression und sie merkte sie hatte ein Zuhause.
Langsam zeigte Campa ihren Charakter und ihr angeborener Terrier-Dickkopf kam durch. Jetzt merkte ich, Campa konnte man nicht eine Minute aus den Augen lassen, denn auch bei uns, kletterte sie blitzschnell wie ein Äffchen, über jeden Zaun.

Als erstes killte sie in einem unbeobachteten Moment, beinahe eines meiner Hühner. Und auch die Katzen waren nicht ihre Freunde.

Das Jagen und Töten lag Campa im Blut. Dabei blieb die Hündin immer vollkommen ruhig. Sie hetzte nicht, sie war ein Lauerjäger, so ähnlich wie eine Katze, wartete Campa auf den günstigen Moment. Dabei hatte sie ein Pokergesicht auf. Weder Körpersprache noch Mimik zeigten wann der Hund in Jagdstimmung kam.

Sie stand einfach irgendwo herum und schaute unbeteiligt in die Gegend. Doch wehe es kam ein Kleintier zu nah, dann machte Campe ein, zwei Sätze und schon war der Vogel, die Maus, der Maulwurf, oder was auch immer, tot. Das ging so schnell, ein eingreifen war nicht mehr möglich.

Eins stand fest, mit Campa musste gearbeitet werden. Sie war kein Hund der einfach so nebenbei mitlaufen konnte. Man konnte sie nicht ableinen und sie durfte niemals ohne Aufsicht, im Garten geparkt werden.
Leider reduzierte das ihre Vermittelbarkeit auf Null.
Es kamen zwar viele Anfragen von Leuten die ihre Bilder gesehen hatten aber sobald die Leute von Campas Verhalten erfuhren, wollte sie niemand mehr haben. Nachdem die Hündin 10 Monaten auf Pflegestelle bei mir war, konnte ich sie nicht mehr weggeben und entschied, Campa bleibt hier.

Diese Entscheidung habe ich nie bereut.
Ich arbeitete viel mit Campa und gewöhnte ihr das Jagen und Töten von Tieren ab. Sie ließ die Hühner in Ruhe und freundete sich sogar mit unseren Katzen an.


Campa wurde zu einer meiner liebsten Hunde. Sie war mein Seelenhund. Ich habe sie ganz besonders geliebt und werde sie nie vergessen.













❤ ❤ ❤
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