Ausbrecher

Ich dachte ich habe ein Déjà-vu, als Astron und Limerick vor dem Haus herumliefen.

Pferde im Garten? Das ist nicht richtig.

Als Nielsson noch lebte waren die beiden Hafis hin und wieder ausgebrochen und standen vor meiner Haustür. Dann ersetzte ich den Riegel gegen eine Kette und die Pferde bekamen die Stalltür nicht mehr auf.

Jetzt geht die Ausbrechertour auf einmal wieder los.

Das ist zwar nicht weiter schlimm, weil unser Hof komplett mit einem Wolfsschutzzaun eingezäunt ist. Die Pferde können also den Hof nicht verlassen. Trotzdem will ich sie eigentlich nicht im Garten haben.

Drei Mal haben die Hottis es nun geschafft die Stalltür zu öffnen.

Der erste Ausbruch: Nachdem ich gemeinsam mit einem Helfer den Zaun freigeschnitten hatte, setzten wir uns mit einem Käffchen auf die Terrasse. Plötzlich schaute Limerick um die Ecke! Könnt ihr euch vorstellen wie doof wir geschaut haben?

Um diese Ecke schaute der Pferdekopf.

„Wie kommt der denn hier her?“ fragte ich. Wir überlegten ob wie die Stalltür nicht richtig geschlossen hatten.

Der Wallach stand eindeutig auf der falschen Seite des Zauns.

Limerick hätte hinter dem Zaun, also auf dem Paddock stehen müssen.

Limerick drehte sich um und ging in den Innenhof. Ich ging hinterher und traf auf Astron. Limerick ging elegant an dem geparkten Auto des Helfers vorbei. Schnupperte am Buddha und schaute sich um.

Das Bild ist vom letzten Jahr. Momentan sind da noch keine Blumen.

Dann liefen beide Pferde in den Garten. Limerick schaute sich die große Regentonne an, Astron lief nach hinten zu den Apfelbäumen. Ich sagte: „Gut Jungs, dann gehen wir mal zurück in den Stall“. Sie folgten mir. Astron war schon wieder im Stall, doch Limerick verließ im letzten Teil der Mut.

Er musste durch eine schmale Tür, in den dunklen Schuppen gehen. Von dort geht es weiter in den Stall. Doch Limerick traute sich nicht in das Dunkle zu gehen. Er drehte um und trabte in den Garten. Ich hätte ihm nun ein Halfter aufziehen und ihn in den Stall führen können. Das wollte ich aber nicht. Er sollte sich überwindet und freiwillig mit mir in den dunklen Schuppen gehen. Beim dritten Anlauf hat das auch geklappt.

Der zweite Ausbruch: Ich war für ein paar Stunden mit dem Auto unterwegs. Aals ich zurückkam und das Tor öffnen wollte, kam plötzlich Limerick um die Ecke, gefolgt von Astron. Sie schauten mich freundlich an, als ob sie sagen wollten: „Komm doch rein!“.

Die Pferde mussten schon eine ganze Weile auf dem Hof herumgelaufen sein. Es lagen mehrere Haufen Pferdeäpfel herum. Außerdem hatten sie den halben Hof umdekoriert. Im Schuppen lagen Halfter und Führsticke, das Putzzeug und Fliegenspray auf dem Boden. Sie hatten sogar einen Schrank umgeschmissen.

Unter dem Vordach hatten sie die gelbe Kiste und das Zaunprüfgerät vom Tisch geschubst. Auf der Terrasse war auch einiges Durcheinander. Es lag Gras auf dem Tisch und Pferdeäpfel auf dem Boden.

Ich brachte die Jungs in den Stall zurück. Und dieses Mal ging Limerick ohne zu zögern in den dunklen Schuppen.

Der dritte Ausbruch: Gestern saß ich im Büro, am PC. Die Haustür war einen Spalt auf, damit die Hunde rein und raus konnten. Plötzlich schlugen die Hund an und ich schaute aus dem Fenster. Da standen doch die Pferde im Garten!

Ich glaube Limerick ist dahinter gekommen, wie er die Stalltür auf bekommt. Doch damit ist jetzt Schluss. Ich habe die Tür jetzt anders gesichert. Da kommt keiner mehr raus wenn ich es nicht will!

Gestern habe ich die Kamera mitgenommen, als ich die Pferde zurückbrachte.

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About Hilfe für Miranda

Wir helfen Miranda, einer ausrangierten Hannoveraner Zuchtstute. Wir sind eine kleine Gruppe Privatpersonen, die sich durch den Fall Miranda kennen lernten und eine Hilfsaktion daraus machten! Daraus ist 2015 der gemeinnützige Tierschutzverein "Tierhilfe Miranda e.V." geworden. Miranda bekam Freunde dazu und nun kümmern wir uns ausschließlich um alte und unvermittelbare Tiere. Mit unserem Blog wollen wir auch auf das Schicksal der Zuchtstuten aufmerksam machen. Denn sie landen fast alle beim Schlachter, sobald sie keinen Gewinn mehr bringen. Miranda steht stellvertretend für alle Zuchtstuten, denn auch ihr Weg war schon beschlossen. Mit 20 Jahren und nach zwei Totgeburten, sollte sie geschlachtet werden. Nur weil wir sie freikauften, einen Gnadenbrot-Platz für sie schafften, retteten wir ihr das Leben. Der Blog berichtet aktuell über Mirandas neues, artgerechtes Rentnerleben. Wir möchten niemanden anklagen oder verurteilen, wir möchten nachdenklich machen. Schön wäre ein Umdenken bei Züchtern und Reitern zu erreichen. Wir möchten auch Unterstützung finden. In Form von Mithilfe, Sachspenden und Spenden, damit wir Miranda ein wundervolles Leben ermöglichen können. Sie hat verdient, nach vielen Jahen als Gebärmaschine würdevoll und artgerecht behandelt zu werden. Wir möchten auch, dass jeder der nun weiß, was mit ausrangierten Zuchtstuten passiert, die Geschichte weiter erzählt. Dafür sagen wir DANKE!
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3 Responses to Ausbrecher

  1. Das sind ja Schlawiner! wie bekommen sie nur die Kette auf???

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