Einige Leser haben mich gefragt wie es Giada geht. Es ist lieb, dass ihr euch Gedanken macht.
Ich kann euch beruhigen, Giada geht es gut.
Beim letzten Blogbericht mit dem Fasan war sie nicht dabei, weil sie vom Wesen her ganz anders ist, als unsere Marcy. Ein Fasan ist für Giada uninteressant. Ihr Interesse liegt einzig und allein dabei Gefahren zu erkennen und ihre Herde zu schützen. Ihre Herde sind alle Bewohner des Hofes.
Giada ist in ihrem Wesen voll und ganz Herdenschutzhund und sie lebt hier bei uns auf dem Gnadenhof, ganz nach ihren Veranlagungen.
Giada ist unabhängig, eigenständig und immer im Arbeitsmodus.
Meistens liegt sie an einem strategisch wichtigen Punkt, von wo aus sie alles im Überblick hat.

Oder sie macht ihre regelmäßigen Kontrollgänge.



Der Hund wirkt dabei total ruhig und langsam. Man sollte aber einen Herdenschutzhund nicht unterschätzen. Sobald Giada etwas verdächtig erscheint, ist sie blitzschnell und wendig.

Giada reagiert wenn nötig blitzschnell.

Die Hunde dürfen sich vollkommen frei auf unserem gut eingezäunten Hof bewegen. Das ist gerade für Giada wichtig. Herdenschutzhunde brauchen ihre Aufgabe und hier kann sie diese gut ausleben.
Auch gern mal von einem erhöhten Aussichtspunkt.

Ein „normales Hundeleben“ in einer Wohnung, mit täglichen Gassigängen an der Leine, wäre für Giada nichts. Das würde sie unzufrieden machen. Und ein unzufriedener Herdenschutzhund ist weder für den Menschen, noch für das Tier selbst eine erträgliche Situation.
Das musste ich feststellen, als Giadas Freundinnen Chica und Campa innerhalb von einer Woche verstarben und sie plötzlich ohne Hundekumpel war.
Die sonst so ausgeglichene Giada, die nie über einen Zaun gegangen war, die ohne Probleme allein im Haus bleiben konnte, öffnete plötzlich die Haustür, sprang über Zäune oder zerbiss diese.
Ich konnte den Hof nicht verlassen, weil Giada dann durchdrehte. Sie schrie, regte sich furchtbar auf und versuchte aus dem Haus auszubrechen.

Diese Zeit war einfach fürchterlich. Erst als Marcy zu uns auf den Hof kam änderte sich Giadas Verhalten schlagartig.

Giada nahm den Welpen unter ihre Fittiche und war wieder der zufriedene Hund, der Türen und Zäune respektierte. Seitdem hat sie nie wieder die Haustür geöffnet, obwohl sie das sicherlich immer noch könnte.


Die meisten Probleme mit Herdenschutzhunden liegen in der nicht artgerechten Haltung dieser Hunde und dass das Umfeld nicht passt.
Ein Herdenschutzhund ist am besten auf dem wenig bebauten Land aufgehoben. In einer ruhigen Lage, möglichst ohne direkte Nachbarn. Denn diese Hunde sind territorial, sie melden alles Ungewöhnliche mit lautem Gebell und alles was in ihren Augen ein Eindringling oder eine Gefahr für ihre Herde sein könnte.
Dabei hat jeder Herdenschutzhund eine ganz eigene Auffassung, was er für gefährlich hält. Bei unserer Giada sind das auch Menschen. Sie misstraut jedem der sich dem Hof nähert, lässt niemanden aufs Grundstück, findet Besucher doof.
Deshalb haben wir extra ein großes Schild am Tor, das den Besuchern sagt, wie sie sich bei einer Begegnung mit einem Herdenschutzhund richtig verhalten.

Giada ist nun einmal unser Hof-Sheriff und sagt ganz klar: „Du kommst hier nicht rein!“

Deshalb sollte niemand einfach so aufs Grundstück kommen. Giada bleibt auch so lange vor dem Tor stehen, bis die Gefahr vorbei ist, also die Person sich zurückgezogen hat.

Das ist auch ein Unterschied zu anderen Wachhunderassen. Einen Herdenschutzhund kann man nicht abrufen wenn er meint, die Herde sei noch in Gefahr. In so einer Situation agiert der Hund selbstständig und hört nicht auf irgendwelche Befehle.
Der Halter eines Herdenschutzhundes muss mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen dem Herdenschutzhund klar machen, dass er mit dem Menschen zusammenarbeiten kann. Dann lässt sich auch ein Herdenschutzhund davon überzeugen, dass der Mensch die Situation alleine regeln kann.
Es ist aber nicht so einfach das zu erreichen. Besonders wenn man einen nicht sozialisierten, älteren Herdenschutzhund übernimmt, der in seiner Jugend keine dem entsprechenden Erfahrungen machen konnte.
So ein Hund ist Giada. Sie wuchs in einem Zwinger ohne Kontakt zur Außenwelt auf. Mir gelang es sie mit den verschiedenen Tierarten die auf dem Hof leben zu sozialisieren, mit Menschen leider nicht.
Ich bin die einzige die Giada in ihren Dunstkreis lässt und die sie anfassen darf.

Mit den Tieren hier auf dem Gnadenhof kommt unser Eisbär dagegen gut zurecht. Sie ist allen gegenüber sehr sozial und die anderen Tiere fühlen sich sehr wohl in ihrer Nähe.

Giada ist sanft zu den Katzen.

Die Katzen kuscheln gern mit ihr.

Giada ist immer freundlich zu Marcy.

Auch wenn Kröti ihr manchmal ganz schön auf den Nerven herumhüpft. Giada geigt ihr nie die Meinung. Sitzt alles mit einer geradezu unglaublichen Ruhe aus.


Natürlich passt Giada gern auf ihre Schäfchen auf.


Mit den Pferden versteht sie sich auch prima. Wobei sie kein Problem hat, wenn ein neues Pferd auf den Hof kommt.
Hier ist ein altes Foto mit Miranda und Bachus. Die ersten Pferde die Giada hier kennenlernte.


Auf kleine Wildtiere wie Igel, Fasan oder Hasen reagiert Giada neutral. Sie stellen keine Gefahr für die Herde da. Bei Rehen sieht es anders aus.

Wenn Rehe zu nah kommen, werden sie schon mal verbal ermahnt. Dann sagt der Herdenschutzhund wieder einmal: „Du kommst hier nicht rein!“
Dieser Abstand wird noch tolerier.

Das freche Tier kommt immer näher…

So, das ist zu nah.

So ist unsere Giada, eine Maremmano Hündin, die wir so nehmen wie sie ist.












Ein fantastischer Bericht von dir über Giada!
Man kann überall rauslesen, wie wohl sich Giada fühlt und dass du das Wesen und die Bedürfnisse eines Herdenschutzhundes verstanden/verinnerlicht hast – Giada hätte es nicht besser treffen können mit ihrem Zuhause 🥰
Liebe Grüsse und Knuddel Giada von mir
Karin
LikeGefällt 1 Person
Danke liebe Karin! ❤
Ich habe das Wesen eines Herdenschutzhundes durch Giada lernen dürfen. Anfangs war es nicht einfach, meine ganze Hundeerfahrung konnte ich dabei vergessen. Aber dann wurden wir ein gutes Team. Ich kann mich zu 100% auf sie verlassen und anderes herum ist es auch so.
LG Susanne
PS: Knuddels habe ich verteilt. 😀
LikeLike
So ein wunderbarer Hund! Ich bin ja ein grosser Fan, wie du weisst!
Giada hat das Glückslos gezogen, dass sie sich bei dir von ihrem Trauma weitestgehend erholen konnte und mit Liebe umgeben wurde. Ihr Verhalten ist ja, wie ich das verstehe, völlig normal für einen Herdenschutzhund. Vielleicht nicht das Misstrauen gegenüber Menschen, aber das kann ja mit ihren Erfahrungen im Zwinger und davor zusammenhängen. Wichtig ist es, dass ihr beiden zusammen leben und arbeiten könnt. Andere müssen sich dann eben anpassen.
LikeGefällt 1 Person
Liebe Birgit,
ich weiß, dass Du ein großer Giada Fan bist. ❤ Ihr Verhalten ist genau das eines Herdenschutzhundes. Deswegen sind diese Hunde auch nicht für jeden geeignet. Ich nehme sie so wie sie ist. Ich weiß genau was geht und was nicht. Giada arbeitet freiwillig mit mir zusammen und gehorcht für einen Herdenschutzhund sehr gut. Ich weiß aber auch was ich fordern kann und wann es besser ist sie entscheiden zu lassen.
LG Susanne
LikeGefällt 1 Person
Und genau deshalb hat sie Glück gehabt, dass sie nach ihrem Trauma bei dir gelandet ist. ❤
LikeGefällt 1 Person
Ich glaube kaum, dass jemand anderes den Hund genommen hätte. Hier finden die Unvermittelbaren ein Zuhause. Chica und Campa waren ja auch solche Hunde die niemand haben wollte. Bei einem Herdenschutzhund ist es noch mal ne andere Hausnummer.
LikeGefällt 1 Person