Tschüss Kirschen! Oder: Warum Stare keine Verträge lesen können

Es hätte so schön sein können. Im Garten unseres Gnadenhofs steht ein prachtvoller, alter Kirschbaum. Aktuell hängt er randvoll mit dicken, saftigen Knubberkirschen. Perfekt für Kuchen, Marmelade oder einfach zum Direkt-in-den-Mund-Stecken. Sie brauchten nur noch ein paar Tage Sonne.

Weil wir im Tierschutzverein ja bekanntermaßen ein Herz für alle Lebewesen haben, habe ich vor einer Woche eine diplomatische Verhandlung mit der lokalen Vogelwelt geführt.

Der faire Deal lautete:

  • Die oberen Etagen: Buffet für die Vögel.
  • Die untere Etage: Reserviert für mein Körbchen.

Eigentlich eine klassische Win-Win-Situation. Dachte ich zumindest.

Der diplomatische Zwischenfall

Heute Morgen endete die Waffenruhe abrupt. Ein riesiger Schwarm Stare ist im Tiefflug auf unserem Gnadenhof gelandet. Von wegen „wir teilen geschwisterlich“. Die gefiederten Großinvestoren haben den Baum binnen Minuten feindlich übernommen.

Ein Suchbild mit 50 Staren im Geäst: Bis 4 habe ich für euch gezählt.

Von diplomatischen Vereinbarungen wollten die Herrschaften im Baum absolut nichts mehr wissen. Auf meine energischen Zwischenrufe und das Schwenken einer Küchenschürze, wurde lediglich mit lautem Schmatzen und demonstrativem Kirschkern-Weitspucken reagiert.

Star mit dicker Kirsche im Schnabel

Das bittere (oder eher saure) Fazit

Was lernen wir daraus? Stare halten sich nicht an mündliche Verträge. Und das Konzept von Eigentum im Tierschutz ist ohnehin eine Illusion. Die Kirschenernte fällt dieses Jahr für uns Menschen also flach.

Aber gut, wir nehmen es sportlich. Die Stare sind satt, die Bäuche sind voll, und unser Gnadenhof hat seinem Namen mal wieder alle Ehre gemacht – hier wird eben wirklich jedes Tier satt. Selbst die dreistesten Obstdiebe der Region.

Wir gehen jetzt Frust-Erdbeeren im Supermarkt kaufen. Die sind wenigstens vertragssicher.

Avatar von Unbekannt

About Hilfe für Miranda

Wir helfen Miranda, einer ausrangierten Hannoveraner Zuchtstute. Wir sind eine kleine Gruppe Privatpersonen, die sich durch den Fall Miranda kennen lernten und eine Hilfsaktion daraus machten! Daraus ist 2015 der gemeinnützige Tierschutzverein "Tierhilfe Miranda e.V." geworden. Miranda bekam Freunde dazu und nun kümmern wir uns ausschließlich um alte und unvermittelbare Tiere. Mit unserem Blog wollen wir auch auf das Schicksal der Zuchtstuten aufmerksam machen. Denn sie landen fast alle beim Schlachter, sobald sie keinen Gewinn mehr bringen. Miranda steht stellvertretend für alle Zuchtstuten, denn auch ihr Weg war schon beschlossen. Mit 20 Jahren und nach zwei Totgeburten, sollte sie geschlachtet werden. Nur weil wir sie freikauften, einen Gnadenbrot-Platz für sie schafften, retteten wir ihr das Leben. Der Blog berichtet aktuell über Mirandas neues, artgerechtes Rentnerleben. Wir möchten niemanden anklagen oder verurteilen, wir möchten nachdenklich machen. Schön wäre ein Umdenken bei Züchtern und Reitern zu erreichen. Wir möchten auch Unterstützung finden. In Form von Mithilfe, Sachspenden und Spenden, damit wir Miranda ein wundervolles Leben ermöglichen können. Sie hat verdient, nach vielen Jahen als Gebärmaschine würdevoll und artgerecht behandelt zu werden. Wir möchten auch, dass jeder der nun weiß, was mit ausrangierten Zuchtstuten passiert, die Geschichte weiter erzählt. Dafür sagen wir DANKE!
Dieser Beitrag wurde unter Der Hof abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar bitte hier rein - Mit der Nutzung der Kommentar und/oder Like Funktion erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch diese Website (WordPress), auf die ich keinen Einfluss habe, einverstanden. Ich erfülle somit meine Mitteilungspflicht gemäß DSGVO.

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..