Pferde sind Steppen- und Fluchttiere und schalfen anders als wir Menschen. Sie haben einen komplett anderen Lebensrythmus. Es wechseln Schlaf- und Ruhephasen von 1 oder 2 Stunden, mit aktiven Phasen von 2 – 3 Studen ab. Und zwar tagsüber, wie auch nachts. Eine Schlafphase fängt immer mit Ruhen im Stehen an. Dabei können Pferde auch in die Tiefschlafphase sinken. Das wurde erst vor kurzem wissenschaftlich bewiesen. Man fand heraus, dass auch Pferde die sich nicht mehr hinlegen, Tiefschlafphasen haben. Der Tiefschlaf ist wichtig, damit das Pferd sich körperlich und psychisch erholen kann.
Das Schlafverhalten eines Pferdes ändert sich im Laufe seinen Lebens. Wenn es alt wird, kann es sein, dass es sich nicht mehr hinlegt. Für ein Pferd ist das Aufstehen eine körperliche Höchstleistung. Alte Pferde wissen, dass sie nicht mehr schnell genug hoch kommen. Was aber für ein Leben als Beutetier, das Überleben sichert. Wenn sie im Stehen schlafen, können sie bei einer Störung, sofort mit Höchstgeschwindigkeit flüchten.
Bachus legt sich schon lange nicht mehr hin. Wir schätzen sein Alter so um die 30 Jahre. So weit wir wissen, legte er sich schon lange nicht mehr hin, bevor er zu mir kam. Ich habe ihn hier nie im Liegen schlafen sehen. Bachus ist trotzdem immer ausgeglichen und freundlich. Er kommt also in die so wichtige Tiefschlafphase und fühlt sich nach dem Schalf erholt und wohl.
Hier schlafen beide Pferde im Stehen. Bachus steht hinter Miranda.
Manchmal legen sich auch jüngere Pferde nicht hin. Das kann passieren, wenn sie sich nicht 100%ig sicher fühlen oder ihnen der Untergrund nicht trocken oder sauber genug ist. Sie bleiben dann stehen und kommen nicht in die Tiefschlafphase. Diese Pferde sind nach einer Weile unausgeglichen, nervös, zickig und unaufmerksam. Der Reiter bestraft sein Pferd, weil es „spinnt“. Dabei liegt es am Schlafmangel! Auch wir Menschen können keine gute Leistung bringen, wenn wir unter Schlafmangel leiden. Leider wird das Pferd oft falsch verstanden und bestraft, obwohl es an den Haltungsbedingungen liegt und nicht am Willen des Tieres.
Miranda legt sich gern zum Schlafen hin. Auch sie ruht zuerst im Stehen. Dann legt sie sich hin und stützt die Nase auf dem Boden auf. Es folgen meistens zwei kurze Tiefschlafphasen, in denen sie ganz ausgestreckt auf der Seite liegt. Die dauern höchstens 10 Minuten. Zwischen diesen beiden Phasen, richtet sie sich wieder auf und liegt mit aufgestütztem Kopf da, wie auf diesem Bild zu sehen ist.
Danach kommt die zweite Tiefschlafphase auf der Seite liegend.
In der Herde bleibt übrigens immer ein Pferd stehen um aufzupassen, während die anderen sich hinlegen. Das hat nichts mit der Rangordnung zu tun. Wer als erstes liegt, darf schlafen. Bei uns passt das ganz gut, weil Bachus sich ja nicht hinlegt. Miranda hat sehr großes Vertrauen zu mir. Sie legt sich gern zum Schlafen hin, wenn ich auf der Weide arbeite. Sie fühlt sich dadurch sicherer, weil sie denkt, dass ich auf die Herde aufpasse.







































































