Die letzten Tage konnten wir noch einmal den goldenen Herbst genießen. Ab morgen soll das Wetter schlechter werden. Deshalb war ich froh, dass heute der freiwillige Helfer Gerd zum Sensen kam. Er erklärte sich bereit, Miranda zu halten, wärend ich ihr die Decke auflegen wollte.
Ich wusste ja nicht, wie Miranda dabei reagieren würde. Sie kannte keine Decke, hatte noch nie in ihrem Leben eine getragen.
Nach dem Sensen zog ich Miranda Halfter mit Führstrick an. Gerd hielt tapfer den Strick. Falls sie durchgehen sollte, gab ich Gerd die Anweisung loszulassen. Notfalls damit rechnen, zur Seite springen zu müssen. Miranda zeigte ich die Decke, ließ sie dran schnuppern. Ich redete im beruhigenden Ton mir ihr. Sagte, dass sie es uns bitte nicht so schwer machen sollte, dass wir keine Cowboys seien. Während ich langsam an der Seite des Pferdes entlangging, erzählte ich ihr was ich jetzt machen wollte. Sagte, dass sie sich sicher freuen wird, über die kuschelig warme Decke. Auch wenn sie meine Worte nicht verstand, hoffte ich auf den beruhigenden Klang meiner Stimme. Denn mit meiner Stimme hatte ich sie schon öfter beruhigen können.
Langsam schob ich die Decke hoch und versuchte sie vorsichtig auf ihren Rücken zu legen. Das war nicht gerade einfach, weil Miranda um einiges größer ist als ich und die Decke ein ganz schönes Gewicht hat. Jetzt wurde es der schönen Stute unheimlich. Sie scheute leicht und tänzelte zur Seite.
Sofort brach ich diesen Versuch ab. Mit der Decke in den Armen ging ich ruhig redent wieder zum Pferdekopf, um sie ihr noch einmal zu zeigen. Sie schnupperte daran. Ich erzählte ihr wieder was ich gleich machen würde. Ging mit der Decke erneut neben das Pferd und schob sie so sanft wie möglich auf den Rücken. Durch das Gewicht der Decke, ist es ganz schön schwierig, diese ohne Schwung nach oben zu stemmen. Jetzt wäre ich gern 10cm größer!
Diesmal gelang es mir tatsächlich die Decke auf ihren Rücken zu legen! Und Miranda blieb ruhig!
Die Decke lag nun auf ihrem Rücken, aber sie musste noch auf der anderen Seite runter gezogen werden. Ich lobte das brave Pferd, was nun ganz ruhig da stand. So konnte ich ohne Probleme auf der anderen Seite die Decke nach unten ziehen und in aller Ruhe zurechtrücken. Dann sämtliche Gurte auf die richtige Größe stellen, alle Schnallen und Karabiernhaken zumachen. Schon war das Pferd eingedeckt!
Jetzt stand Miranda da, eingepackt in ihrer schönen, warmen, neuen Decke und glaubte, sie könne keinen Schritt mehr gehen! Wie festgewachsen stand sie auf der Stelle und schaute besorgt aus der Wäsche!
Ich nahm den Führstrick und ermutigte sie ein paar Schritte mit mir zu gehen. Langsam ging sie mit mir mit. Dabei bewegte sie die Hinterbeine wie ein Storch im Salat! Sie dachte wirklich, sie könne mit dem Ding nicht laufen! Sie machte noch ein paar Schritte im Zeitlupentempo am Frührstrick. Dafür gabs viel Lob und Leckerlies, aber alleine ging sie keinen Schritt. Ich löste den Strick, stellte mich gut einen Meter vor sie und lockte die Stute mit meiner Stimme und Leckerchen. Zuerst machte sie den Hals ganz lang, doch das reicht nicht. Da ging sie den ersten unsicheren Schritt. Dabei feststellend: Man kann mit diesem Ding auch laufen!
Langsam und ein wenig skeptisch bewegte sie sich weiter. Nachdem wir sahen, dass sie mit der neuen Situation klar kam, gingen Gerd und ich von der Weide. Miranda ging neben mir her und kroch fast in mich rein. So aufdringlich ist sie sonst nie. Mir kam es so vor, als ob sie sagen wollte, bitte bleib bei mir. Ich trau mich noch nicht allein zu bleiben! Aber nach einem Weilchen wurden ihre Schritte wieder sicherer und sie hatte sich schon so weit an die Decke gewöhnt, dass sie wieder anfing zu grasen.
Hier läuft sie schon mit der Decke:

Und hier ist sie schon wieder total entspannt:

Ein paar Fotos für die Pferdeexperten: Sitzt die Decke gut?




Das Äppeln ging auch schon, dafür geht die hintere Klappe hoch! 😉
Der unerschrockene Gerd, der vor nichts Angst hat, außer vor den aufdringlichen Paparazzi!
Ich bin mächtig stolz auf uns alle. Auf Gerd, weil er sich getraut hat Miranda zu halten. Wir wussten ja wirklich nicht, wie das Pferd reagieren würde. Und natürlich auf Miranda! Die hat das alles mal wieder ganz toll gemacht!
Ist sie nicht ein Schatz? Und so was sollte in die Wurst…