Ein Gespräch mit einem zum Glück ehemaligen Pferdezüchter machte mich sehr nachdenklich. In den 1950er – 60er Jahren kamen einige Bauern auf die Idee, als zusätzliche Einnahmequelle, Hannoveraner zu züchten. Die Pferde dienten damals noch in der Landwirtschaft. Der besagte Züchter erzählte mir, dass er erst spät in den 1970er Jahren einen Treker kaufte. Bis dahin mussten seine Pferde auf dem Feld arbeiten. Auch die Stute, die gerade gefohlt hatte. Das Fohlen blieb währenddessen allein im Stall zurück. Mittags, wenn der Bauer zum Essen heim fuhr, konnte das Fohlen bei der Mutter trinken. Danach ging es für die Stute wieder aufs Feld. Das Fohlen blieb im Stall. Der Bauer meinte, das ging damals auch und hätte niemanden geschadet! Er findet das heute noch richtig.
Zum Glück hat sich heute einiges in der Pferdehaltung geändert. Zuchtstuten werden nicht mehr für die Arbeit eingesetzt. Fohlen bleiben bei ihren Müttern. Trotzdem könnte sich noch mehr für die Zuchtstuten ändern. Sie dürften nicht mehr als Gebärmaschinen missbraucht werden. Nach der Geburt ihres Fohlens, werden sie sofort neu belegt. Während sie ihr Fohlen säugen, wächst schon das nächste in ihnen heran. Der Körper der Stute hat keine Chance sich zu erholen. Sobald sie kein lebendiges Fohlen mehr auf die Welt bekommen, gehen sie zum Schlachter. Als Dank für ihren jahrzehntelangen Einsatz, sozusagen. Auch hierrüber sollten wir uns Gedanken machen, finde ich. Die meisten Pferde werden nicht alt. Sind sie nicht mehr reitbar, schwierig im Umgang, bringen nicht die erhoffte Leistung im Sport, haben sich verletzt – schon bedeutet es schnell das Todesurteil für das Pferd. Müssen wir wirklich so viele Fohlen produzieren und Pferde verheizen?
Vielleicht wird in 45 Jahren jemand über unsere Art mit Zuchtstuten umzugehen schreiben: „Mich hat es sehr nachdenklich gemacht…“















































































