Die Ankunft und die erste Nacht.
Als ich Marcy abholte, schrie sie die ganze 1 ½ Stunden lange Autofahrt, in den schrillsten und höchsten Tönen. Und zwar so laut, ich hätte nie geglaubt, dass ein so kleines Hündchen, dermaßen laut schreien kann.
Zwischendurch ging das Jaulen in ein wütendes Heulen über. Die Kleine hat einen äußerst starken Willen und eine praktisch nicht vorhandene Frustrationsgrenze. Sie tobte ihn der Transportbox und hätte diese am liebsten geschreddert.
Als ich endlich zuhause ankam, wunderte ich mich, dass ich keinen bleibenden Hörschaden hatte.

Mit klingelnden Ohren, zeigte ich Giada mein Mitbringsel. Der Maremmano schaute erst in die Box, dann mich an und Giadas Blick fragte: „Was ist das denn? Igitt ein Baby? Nichts Erwachsenes? Wieso hast du ein nerviges Baby mitgebracht? Ich will meine Chica und Campa wieder haben!“
Ehrlich gesagt hatte ich mit so einer Reaktion gerechnet. Erwachsene Hunde brauchen immer Zeit, bis sie Welpen gut finden.
Ich versuchte die Sache für Giada schönzureden: „Das ist ein Baby. Du musst ganz lieb sein“. Giada kennt Katzenbabys, die sie immer angenommen hat und deshalb das Wort „Baby“. „Das ist DEIN Baby, hab ich extra für dich mitgebracht“.
Giada schaute sich die Kleine an, schnupperte kurz in ihre Richtung und ging demonstrativ zur Haustür. Schaute mir in die Augen und ihr Blick sagte: „Na dann viel Spaß mit dem nervigen Ding. Ich geh dann mal. Lässt du mich raus oder soll ich mir die Tür selber aufmachen?“
„Ok, wie du willst“, sagte ich und ließ Giada aus dem Haus. Marcy erkundete indes ihr neues Zuhause, wobei sie wieder jaulte und fiepte. Ein sehr gesprächiges, kleines Hündchen hatten wir da bekommen.
Giada blieb draußen, bis es plötzlich heftig zu regnen anfing. Wasser von oben findet unser Eisbär nicht so toll und kratze an der Haustür. Das ist ihr Zeichen, wenn sie rein möchte. Also machte ich den Pförtner und öffnete die Tür.
Giada kam herein und blieb nach zwei Schritten stehen. Ihr Blick sagte: „Oh ne, die Kleine ist immer noch da“. Dann überlegte Giada sich was besser sei, draußen nass werden oder den Welpen zu ertragen?
Giada entschloss sich im Haus zu bleiben, sprang auf die Kücheneckbank und legte sich dort hin. Sie wusste, dass die Kleine dort nicht raufkommen würde.
Mittlerweile war es 22.30 Uhr und der Regen hatte aufgehört. Ich ging mit Marcy zum Pischern in den Garten. Giada wollte nicht mit. Die Kleine erleichterte ihre Blase und wurde dafür ordentlich gelobt. Anschließend gab es etwas Futter und dann ging es ab ins Bett.
Die Nacht wurde total anstrengend, weil Marcy einfach nicht runter kam. Sie konnte nach dem anstrengenden Tag nicht entspannen. Wanderte ruhelos umher, jaulte und fiepte. Ich machte kaum ein Auge zu. Wenn ich mal weggedusselt war, weckte mich die Kleine wieder.
Um 5.00 Uhr in der Früh gab ich auf. Ich setzte mich völlig fertig, an den PC und versuchte meine Arbeit zu erledigen. Marcy legte sich unter meinen Schreibtisch, angedockt an meine Füße und pennte. Das Geklapper der Tastatur schien sie zu beruhigen…
In diesem Moment sagte Marcy: „Du bist jetzt meine neue Mutti und ich laufe dir überall hin hinterher“. Sobald sie Körperkontakt mit mir hat, ist sie ruhig und zufrieden, sonst wird gefiept.
Die ersten Fotos im neuen Zuhause.















































































































































