Vom Zwingerhund zum Wohnungshund, ist es ein langer und oft schwieriger Weg. Giada ist noch auf dem Weg in ein für sie komplett anderes Leben. Ich möchte euch die Möglichkeit geben, sie dabei zu begleiten. Es läuft nicht immer alles toll. Der Hund braucht Führung und Hilfe, um sich im neuen Leben zurecht zu finden.
Einige Berichte, z.B. über ihre Ankunft, habe ich hier bereits geschrieben. Heute werde ich berichten, wie Giada anfing das Haus zu untersuchen. In ihrem Zwinger im italienischen Tierheim, konnte die Hündin keinerlei Erfahrungen mit der Umwelt machen. Ihre ersten 10 Monate verbrachte sie eingesperrt, in einer vollkommen reizarmen Umgebung.
Erst mit ihrer Ankunft bei uns auf dem Hof erfuhr sie, dass es eine Welt hinter den Gitterstäben gibt. Als sie sich von diesem Schock erholt hatte, fing Giada an ihre Umgebung zu untersuchen. Das machen Hunde bevorzugt mit den Zähnen. Natürlich ist das von uns Menschen nicht erwünscht. Aber woher sollte der Zwingerhund das wissen?

Auch hinter dem Zaun geht die Welt weiter.
Giada war mit ihren 10 Monaten schon riesig und hatte ein unstillbares Kaubedürfnis. Das haben Junghunde, wenn sie ihre Milchzähne verlieren. Sie sind dann etwa ein halbes Jahr alt. Giada war zu dieser Zeit noch im Italienischen Tierheim und in ihrem Zwinger war nichts, auf dem sie hätte herum kauen können.

Erwachsenengebiss trifft Milchzähne.
Dieser Trieb bleib unbefriedigt. Ihr Erwachsenengebiss war schon vollständig ausgebildet, als sie zu uns kam. Doch nun holte sie ihr Kaubedürfnis wie versessen nach und dabei ging einiges kaputt. Giada kaute an Dingen und Möbeln, was wir unseren Haushunden schon im Welpenalter abgewöhnen. Bei einem ausgewachsenen Hund großer Rasse, kann das verheerend werden.
Als erstes zerlegte sie die Kissen, die zu ihrem Körbchen gehörten.

Zum Glück blieb das Körbchen heil.

Am nächsten Tag hatte sie sämtliche CDs aus dem CD-Ständer heraus geschmissen. Als ich vom Weide abäppeln zurück kam, lagen die meisten CDs offen vor dem Regal. Fast alle Hüllen waren zerbrochen, die CDs blieben zum Glück heil. Trotzdem war ich stinkig! Denn die CDs sind mir heilig. So etwas hatte hier noch kein Hund angestellt.

Die CDs habe ich in die kaputten Hüllen gelegt und ins Regal gestopft. Fällt so nicht weiter auf. Darf nur niemand anfassen…
Als ich zwei Tage später wieder vom Weide abäppeln zurück kam, hatte Giada das Linoleum geschreddert.

Dann kaute sie fröhlich auf der Küchenbank herum. Die ist aus massivem Holz und die oberen Kante der Rückenlehne hatte es ihr angetan. Zum Glück war ich dabei und konnte gleich mit der Erziehung anfangen. Ich bot ihr einen Kauknochen an und erklärte ihr, dass es „Pfui“ war, an der Eckbank zu kauen.

Da mag selbst Campa nicht hingucken…
Ich besorgte Sachen, die sie ohne Gefahr zerkauen konnte und lenkte ihren Kautrieb darauf um. Es gab nun viele große Kauknochen, Rinderkopfhaut, Schlundstücke und anderes Kauzeugs. Dann kaufte ich auch eine Menge Hundespielzeug. Aber nur Sachen die sicher waren. Da muss man unheimlich aufpassen. Denn es gibt sehr viel gefährliches Spielzeug auf dem Markt.

Ein XXL – Ball für den Maremanno
Giada kapierte schnell worauf es erlaubt war zu kauen und wo nicht. Ihr Spielzeug ließ sie nach einigen geschrotteten Teilen sogar heil. Sie bekam von mir einen kleinen Eisbären geschenkt, weil der so gut zum großen Eisbären passte.
Den schleppt sie nun mit sich herum und das sieht ziemlich süß aus.

Großer Eisbär und kleiner Eisbär

































































































































































